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Alzheimer: Patientenversorgung in Deutschland mangelhaft

Alzheimer: Patientenversorgung in Deutschland mangelhaft

Foto: Alter Mann mit nachdenklichem Blick 

Nur etwa zehn Prozent der Alzheimer-Patienten werden mit modernen Untersuchungsverfahren untersucht, weniger als die Hälfte erhält die zur Verfügung stehenden Medikamente. Dies ergab eine neue Studie.

Die Behandlungskosten sind dennoch hoch: Sie beliefen sich pro Patient und Jahr auf rund 18.500 Euro, davon wurden etwa 8.800 Euro durch die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen verursacht.

Insgesamt wurden rund 400 Alzheimer-Patienten untersucht, teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit. In Deutschland sind rund eine halbe Million Menschen von der Erkrankung betroffen.

„Unsere Studie zeigt eindeutig, dass die modernen Standards der Diagnose und Behandlung, wie sie in den Behandlungsstandards, den Leitlinien, beschrieben sind, nur unzureichend im Betreuungsalltag umgesetzt werden“, sagt Studienleiter Richard Dodel, Neurologe am Universitätsklinikum Marburg. Nie zuvor wurde die Qualität der Versorgung von Patienten auf verschiedenen Versorgungsebenen wie Kliniken, Pflegeheime, hausärztlicher oder fachärztlicher Betreuung so eingehend untersucht.

„Alzheimer-Patienten werden noch immer diskriminiert, weil ihnen die Lobby fehlt“, erläutert Günther Deuschl, Direktor der Universitätsneurologie in Kiel und federführender Neurologe der so genannten „S3-Leitlinie Demenz“, die im vergangenen Herbst von insgesamt 28 Fachorganisationen gemeinsam veröffentlicht wurde. „Ohne den politischen Willen werden diese Standards nicht den Weg in die Versorgung finden“, so Günther Deuschl, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. So gebe es derzeit zum Beispiel Streit um ein wirksames Medikament, das aus Kostengründen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen fallen soll.

Lichtblicke seien allerdings das im Jahr 2009 gegründete Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen mit Hauptsitz in Bonn und fünf Satellitenstandorten. Hoffnung setzen Wissenschaftler auch in die Entwicklung einer Impfung gegen die Alzheimer-Demenz, allerdings werde es noch einige Jahre dauern, bis diese Immunisierung zur Verfügung steht.

REHACARE.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

- Mehr über die Deutsche Gesellschaft für Neurologie unter www.dgn.org

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 
 
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