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Fühlen, bewerten, handeln: Wohn(t)raum-Kongress präsentiert intelligente Helfer

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Fühlen, bewerten, handeln: Wohn(t)raum-Kongress präsentiert intelligente Helfer

Insgesamt sieben Vortragsreihen mit 65 Referaten und Vorträgen beinhaltete der REHACARE-Kongress über barrierefreie und komfortable Wohn(t)räume und deren Realisierung. Neben der Vorstellung von bewährten medizinischen und technischen Hilfsmitteln, wurde ein Blick in die Zukunft geworfen. 07.10.2010

Foto: Aussteller mit intelligenter Bodensensor-Matte 
Sensorböden und -matten könnten
bei der Betreuung, Beaufsichtigung
und Pflege von Menschen helfen;
© Messe Düsseldorf

Die Vorstellung einer totalen technischen Überwachung unseres Alltags, lässt den einen oder anderen erschrocken zusammenzucken. Oft werden hilfreiche technische Entwicklungen mit einem Verlust der Privatsphäre gleichgesetzt. Dass eine unaufdringliche moderne Technik zur eignen Sicherheit beitragen und Menschen mit Behinderungen ein selbständiges Leben ermöglichen kann, konnten die Teilnehmer des Wohn(t)raumkongress erfahren.

Durch den demographischen Wandel der Gesellschaft, der gestiegenen Lebenserwartung geburtenstarker Jahrgänge, werden zukünftig viele Herausforderungen hinsichtlich alter, allein lebender Menschen bewältigt werden müssen. Denn die meisten Menschen möchten bis an ihr Lebensende in der vertrauten Umgebung leben. Dieser Wunsch geht meistens aber nicht in Erfüllung.

Im Rahmen des Wohn(t)raum-Kongresses stellte Axel Steinhage, Geschäftsführer von Future-Shape, eine Lösung dieses Problems vor. Die Idee seines Unternehmens: Ein von 18 „Ambient Assisted Living“ Projekten, assistierendes Umgebungsintelligenz-System, das vor allem Senioren ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. Unter diesen Projekten, die auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden, sind Konzepte, Produkte und Dienstleistungen zusammengefasst, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden.

Die Rede ist von sensiblen Fußböden. Diese Sensorböden könnten Angehörige sowie Pflegeeinrichtungen bei der Betreuung, Beaufsichtigung und Pflege von kranken, sturzgefährdeten Patienten unterstützen und ihnen einen wichtigen Teil des Pflegeaufwandes abnehmen. Was wie Science-Fiction klingt, wird bereits von kooperierenden Unternehmen weiter erforscht und in Pilotprojekten getestet. Aber wie kann ein Fußboden bei der Betreuung alter Menschen helfen?

Axel Steinhage erklärt hierzu: „Wir statten Fußböden oder auch Matten mit intelligenten Bodensensoren aus, die hochempfindlich auf Berührungen reagieren. Die Sensorendaten werden drahtlos an einen Empfänger weitergeleitet und ausgewertet. Empfänger können Angehörige, Seniorenheime oder ambulante Pflegedienste sein. Diese Art von Kommunikationssystem betten wir unsichtbar in die Umwelt des Nutzers ein.“ Stürzt eine Person nun auf dem sensorischen Boden und kann sich nicht mehr bewegen, werden Alarmsignale der Sensoren zu einem angeschlossenen Computer, zum Beispiel in einer Pflegeeinrichtung, gefunkt und ausgewertet.

„Das System ist auch dementiell ausgerichtet“, fügt Steinhage hinzu. Eine Fluchtmatte vor der Haustür meldet so direkt, wenn ein dementer Mensch fluchtartig die eigene Wohnung verlässt.

Aber Sensorböden sind nicht nur im eigenen Wohnraum hilfreich. Sie können auch einen wichtigen Beitrag für eine allumfassende Barrierefreiheit in Hotels leisten. Noch ist dies aber Zukunftsmusik. Trotz vieler Bedenken, werden derartige Mikrosystemtechniken hilfsbedürftigen Menschen eine sichere Lebensgrundlage und eine verbesserte Lebensqualität bieten können.

Diana Posth
REHACARE.de

 
 
 

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