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Volk am Stock - Nordic Walking
Schwerpunkt: Prothesen
Volk am Stock - Nordic Walking
Dieser Beitrag wird Ihnen vom Magazin HANDICAP präsentiert.
Wie an jedem Samstag treffen sie sich an der Bayreuther Eremitage, einem Rokoko-Schloss mit großer Parkanlage, zum Training. Rudolf Ziegler beginnt nach einer kurzen Begrüßung sofort mit den Aufwärmübungen. Keinem der Teilnehmer sieht man ein Handicap auf den ersten Blick an, aber dennoch sind alle beinamputiert.
© Gunther Belitz
Rudolf Ziegler ist lizenzierter Nordic Walking Trainer und bietet in seiner Freizeit zusammen mit Ehefrau Karin zahlreiche Kurse an - vom Schnupperlehrgang bis zum Leistungssport. Früher war der Kaufmann ein erfolgreicher Marathonläufer. "Damals habe ich die ersten Pioniere belächelt, die sich mit Skistöcken im Flachland bewegten, heute lache ich über die Jogger", gesteht Ziegler. Denn Nordic Walking, das erst 1998 in Deutschland eingeführt wurde, ist kein kurzlebiger modischer Trend, sondern entwickelt sich immer mehr zum Volkssport.
"Beim Nordic Walking werden 90 % aller Muskeln trainiert", erklärt Rudolf Ziegler. "Solche Werte erreicht man nur noch beim Schwimmen oder beim Skilanglauf, nicht aber beim Laufen oder schnellen Gehen ohne Stöcke." Durch eine oberschenkelamputierte Freundin entstand die Idee, ein Trainingsprogramm speziell für Prothesenträger zu entwickeln.
© Gunther Belitz
Die unterschenkelamputierte Heike ist seit zwei Monaten dabei und walkt nun mit der Gruppe durch den Park der Eremitage. Der Schnee auf den Wegen ist schon platt getreten, und so bereiten die ungewöhnlichen Wetterverhältnisse keine Probleme. "Ich bin durch das Nordic Walken wesentlich dynamischer geworden und merke auch, dass sich meine Koordination beim normalen Gehen mit der Prothese verbessert", berichtet die 32-Jährige. "Vor allem ist das eine Sportart, die man an der frischen Luft betreiben kann."
Claudia ist oberschenkel- und unterschenkelamputiert. Als Rollstuhl-Basketballerin spielt sie erfolgreich in der Nationalmannschaft. "Ich wollte endlich auch mal wieder etwas mit den Beinen machen", erzählt die 28-Jährige. Der Stockeinsatz beim Nordic Walking kommt ihr dabei aufgrund ihres Handicaps besonders entgegen, weil er die Prothesen entlastet. "Ich kann bis zu eineinhalb Stunden am Stück gehen, das wäre ohne Stöcke nicht vorstellbar." Zudem braucht sie die Motivation durch die Gruppe. "Alleine würde ich gar nicht losgehen."
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