Sie befinden sich hier: REHACARE-Portal. Aktuelles. Archiv. Paralympics.
Trainersache: Hohe Hürden für Sportler mit Handicap
Trainersache: Hohe Hürden für Sportler mit Handicap
Die Rollstuhlbasketballer der Jena
Caputs werden gut trainiert;
© Peter Posa
Sportwissenschaftler analysierten Chancen und Probleme behinderter Leistungssportler. Ein Ergebnis: Es fehlt im deutschen Behindertensport an gut ausgebildeten Trainern.
„Die Trainerfrage gehört zu den großen Problemen im Behindertensport“, sagt Reinhild Kemper von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gemeinsam mit Kollegen hat die Sportwissenschaftlerin die Möglichkeiten und Grenzen im Sport und insbesondere im Leistungssport von Athleten mit Behinderung in Deutschland untersucht.
Die Ergebnisse ihrer Studien haben die Jenaer Sportpsychologen jetzt veröffentlicht in der Publikation „Chancen und Probleme der Nachwuchsförderung und Rekrutierung von Leistungssportlern mit Behinderung.“ Das Buch der Jenaer Sportwissenschaftler vereint zwei Studien zum Thema.
Einmal wurden die Chancen und Probleme der Nachwuchsförderung im Behindertensport analysiert, zum anderen die Rekrutierungspraxis in Schule, Verein und Rehabilitationseinrichtungen unter die Lupe genommen.
Kemper spricht von fehlender Sensibilisierung für die Probleme behinderter Sportler „auf breiter Ebene“. Es sei noch fehlende Unterstützung und Akzeptanz für Sportler mit einem Handicap feststellbar. So gebe es in Deutschland gerade einmal sechs hauptamtliche Trainer im Leistungssport der Behinderten. Hinzu kommen zahlreiche halbe Stellen, mit denen die Trainer sowohl nichtbehinderte als auch behinderte Sportler betreuen.
Dennoch haben die Autoren Chancen im Behindertensport ausgemacht. So gebe es zahlreiche Sichtungen auf der Ebene von Behindertenschulen und integrativ ausgerichteten Schulen und in Abteilungen von Behindertensportvereinen. Die Deutsche Behindertensport-Jugend (DBSJ) eröffne vielfältige Angebote in Sommer- und Wintersportarten für Kinder und Jugendliche.
Zudem sei es gelungen, sportartorientierte Wettkämpfe in Form der „Jugend trainiert für die Paralympics“ einzurichten. Die finanzielle Förderung der Nachwuchsathleten habe sich merklich verbessert.
Es könne lehrreich sein, sich im Ausland umzuschauen, sagt Reinhild Kemper. In England beispielsweise würden behinderte Sportler in die jeweiligen Fachverbände integriert – eine Praxis, die sich positiv auf die Leistung der Sportler auswirkt.
REHACARE.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Weitere Informationen über die Friedrich-Schiller-Universität Jena unter: www.uni-jena.de
( Quelle: REHACARE.de )
Mehr Informationen
MEHR ÜBER...
Integration
Paralympics
Sport
