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Ein helfendes Händchen für pflegende Angehörige

Schwerpunkt: Pflege zu Hause

Ein helfendes Händchen für pflegende Angehörige

01.11.2006

Einen alten Baum verpflanzt man nicht: Alte Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung bleiben, auch wenn sie Pflege brauchen. Oft müssen Angehörige sie allein versorgen und stoßen damit an ihre Grenzen. Um dieses und ähnliche Themen drehte sich der Pflege-Kongress auf der REHACARE 2006.

1,4 Millionen Pflegebedürftige leben zu Hause. Davon werden 68 Prozent von Angehörigen im eigenen Haus versorgt - von früh bis spät und rund um die Uhr. Nicht selten fühlen sie sich überfordert, weil sie unter anderem nie gelernt haben, wie man richtig pflegt. Und es können sich Fehler einschleichen, die ihnen und den zu Pflegenden schaden.

 
 
 
Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung
© PixelQuelle.de

Aber an Unterstützung von außen mangelt es oft. Die Pflegenden wissen nicht, wo und wie sie sich Hilfe in Pflegefragen oder zur finanziellen Unterstützung holen können. Utz Krahmer, Professor für Sozialrecht an der Fachhochschule Düsseldorf, sprach auf der REHACARE zum Thema "Rechtsinformationen über Pflegeleistungen der Pflegekassen und der Sozialhilfe als Mittel zur Sicherung einer häuslichen Versorgung."

Er betonte, dass das Sozialrecht vorschreibt, dass Betroffene von der Pflegekasse beraten werden müssen und sie sich auch Hilfe beim Sozialamt holen können. Doch "fehlt es in der Praxis immer wieder an Beratung vom Sozialhilfeträger. Denn die Sozialhilfe übernimmt einige Kosten, die von der Pflegeversicherung nicht übernommen werden". Angehörige könnten demnach mehr finanzielle Unterstützung bekommen, als sie wissen. Sie müssen also bei der eigenen Pflegekasse nachhaken, an wen sie sich wenden können. Diese sind zu einer Auskunft verpflichtet.

Zusätzlich gibt es Schulungen, in denen Betroffene lernen, wie man pflegt. So wie in der Neanderklinik Harzwald in Ilfeld, in der alte Menschen versorgt werden. Dort zeigen ausgebildete Pflegekräfte den Laien, wie man alte oder kranke Menschen versorgt. Das Ganze kostet die Betroffenen nichts. Die Kosten übernehmen die Klinik und der Deutsche Pflegeverband, der unter www.dpv-online.de erreichbar ist. Er engagiert sich sehr für die Verbesserung in der Altenpflege.

 
 
 
Zu Hause alt werden - mit Hilfe bei der Pflege geht
das © PixelQuelle.de

Referentin Nadine Einbock, Mitglied des Verbandes und Altenpflegerin in der Klinik, erklärte: "Laienpflege wird ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflegeabsicherung sein." Deshalb sollen die Schulungen sicherstellen, dass die Menschen korrekt versorgt sind und die Angehörigen besser mit der Belastung umgehen können. Sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind. Auch unabhängige Einrichtungen wie das Deutsche Rote Kreuz bieten Kurse für Laienpfleger an, die zumeist von der Pflegekasse übernommen werden. Außerdem erhält man dort Auskunft über Beratungsstellen in der Nähe.

Auch können Angehörige Hilfe durch unabhängige Wohnberatungen bekommen. Davon gibt es insgesamt 250 Anlaufstellen in Deutschland, 100 allein in Nordrhein-Westfalen. Kostenlos kommen Berater nach Hause und geben Tipps für Umgestaltungen. Susanne Tyll ist Pflegewohnberaterin in Krefeld und berichtete auf dem Pflege-Kongress vom Angebot, über das man sich auf www.wohnberatungsstellen.de informieren kann: "Schon kleine Veränderung in der Wohnungseinrichtung können alltägliche Abläufe vereinfachen. Es müssen nicht gleich ganze Badewannen ausgerissen werden, denn ein Badewannenlift kann die Arbeit schon erleichtern." Zusätzlich erhalten die Betroffenen Informationen zur Finanzierung.

REHACARE.de

 
 

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