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Flinke Finger fühlen und sehen mehr
Schwerpunkt: Sehbehinderung
Flinke Finger fühlen und sehen mehr
An jeder Ecke gibt es Kaffee und Snacks zum Mitnehmen. Ein Highlight im Themenpark „Behinderte Menschen und Beruf“ in Halle 3 ist eine Massage von einem sehbehinderten Masseur. Hier können sich gestresste REHACARE-Besucher zwischendurch etwas Entspannung gönnen. 07.10.2010
Dass ihm sein Beruf Spaß macht,
sieht man Herrn Weinmann an;
© Messe Düsseldorf
Für Giselher Weinmann steht eine Sache fest: „Jeder Nacken ist anders.“ Da muss er dann erst einmal genau tasten und fühlen, wie die Ausgangssituation ist. Der gelernte Masseur und Physiotherapeut ist schon seit Geburt an sehbehindert. Mit der Zeit verschlimmerte sich die Situation, jetzt hat er auf beiden Augen jeweils nur noch fünf Prozent Sehkraft.
„Mein berufliches Schlüsselerlebnis hatte ich als ich 16 Jahre alt war. Während eines Praktikums hatte ich einen tollen ebenfalls sehbehinderten Kollegen, der mich an die Hand genommen hat“, erinnert sich Weinmann, der am Katholischen Klinikum Duisburg arbeitet. Nach anfänglichen Helfertätigkeiten durfte er schon bald selbst Hand anlegen: Unter Aufsicht des Kollegen massierte er seine ersten Patienten. „Ich war sofort Feuer und Flamme und wusste: Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, erzählt Weinmann strahlend.
Dass er scheinbar gute Arbeit leistet, hat sich auch unter den Messebesuchern herum gesprochen. Sogar Aussteller aus anderen Hallen kommen in Halle 3 und bitten um eine kurze Massage. „Am Mittwoch war eine Klasse von Heilpädagogenschülern hier. Die wollten alle massiert werden und standen Schlange“, erzählt der gefragte Masseur. „Danach brauchte ich erst einmal eine Pause.“
Denn auch wenn seine Arbeit körperlich nicht anstrengend ist, lässt nach etwa einer halben Stunde das Gefühl in seinen Fingern nach. Sie fühlen sich dann ganz pelzig an. Nach zehn Minuten Pause und einigen Lockerungsübungen kann es weitergehen.
Giselher Weinmann löst mit sanftem Druck auch stärkere Verspannungen; © Messe Düsseldorf
Wer sich innerhalb so kurzer Zeit einen solchen Ruf auf der Messe erarbeitet hat, der muss auch getestet werden: Angesprochen auf den vorliegenden Grad der Verspannung sagt er: „Der Stress sitzt Ihnen im Nacken. Aber wir können es noch retten.“ Und dann legt er auch schon los. Die Finger fliegen förmlich über die Nacken- und Schulterpartie. Mit jeder Bewegung breitet sich Stück für Stück eine angenehme Wärme im Körper aus. Nach fünf Minuten lässt der sanfte Druck der Finger nach und die Massage ist beendet. Resultat: Entspannung pur!
Nadine Lormis
REHACARE.de












