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Langzeitstudie: Länger leben mit fremder Niere

Langzeitstudie: Länger leben mit fremder Niere

Bild: Rote Niere mit eingeführtem blauen Wirkstoff 

Wissenschaftler der Charité Berlin haben mit 16 weiteren Transplantationszentren erfolgreich eine neue Therapieform erprobt, mit deren Hilfe die Funktion einer Spenderniere besser erhalten werden kann.

Die ZEUS-Studie eröffnet die Perspektive, die Lebensdauer von Patienten mit Nierentransplantaten nachhaltig zu verbessern.

Der Studie liegt eine einfache Überlegung zugrunde: Viele Patienten brauchen, um der gefürchteten Abstoßungsreaktion zu entgehen, nach einer Nierentransplantation starke Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Einige dieser Wirkstoffe schützen zwar vor der Abstoßung, schädigen aber auf Dauer das transplantierte Organ selbst. In Langzeitstudien konnte nachgewiesen werden, dass durch diesen Effekt die durchschnittliche Überlebenszeit nach einer Transplantation auf acht bis zwölf Jahre sinkt.

Die Wissenschaftler verfolgten in der ZEUS-Studie den Ansatz, nach erfolgter Transplantation die schädigenden Immunsuppressiva möglichst rasch durch nicht nierenschädigende Medikamente zu ersetzen. „Die Ergebnisse verschieben den Fokus bei der Therapie von Nierentransplantaten hoffnungsvoll auf eine verbesserte Nierenfunktion als Marker für ein langfristiges Überleben mit einem funktionstüchtigen Transplantat“, resümiert Budde, Oberarzt an der Charité.

Im Zentrum der Untersuchung standen die sogenannten Calcineurin-Hemmstoffe wie Cyclosporin A. Sie werden bislang standardmäßig nach Nierentransplantationen gegeben und nur dann abgesetzt, wenn Schäden an der transplantierten Niere bereits erkennbar sind.

Die Forscher begannen viereinhalb Monate nach der Transplantation, bei insgesamt 300 Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, unterschiedliche Behandlungsstrategien zu verfolgen. Eine Gruppe erhielt weiterhin die Standardtherapie mit Cyclosporin, bei einer Zweiten wurde Cyclosporin durch den Wirkstoff Everolimus ersetzt, der nachweislich das Transplantat nicht schädigt.

Bei der Abschlussuntersuchung nach zwölf Monaten zeigten sich wesentliche Vorteile für die zweite Gruppe: Das Transplantat funktionierte besser als unter Cyclosporin, während die Abstoßungsrate nur leicht anstieg. Budde nennt dieses Ergebnis „sehr ermutigend“, schränkt jedoch ein: „Das ist noch kein Beweis für die Überlegenheit von Everolimus. Wir müssen als Nächstes die Langzeit-Resultate abwarten.“

REHACARE.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin

- Mehr über die Max-Planck-Gesellschaft über: www.charité.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )