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Mit Fingerspitzengefühl zu Tut-ench-amun & Co.
Schwerpunkt: Kunst
Mit Fingerspitzengefühl zu Tut-ench-amun & Co.
Eine barrierefreie Ausstellung bringt Blinden und Sehbehinderten die Kultur Altägyptens nah. Denn die Exponate von Statuen und Steinplatten bis zu einem Sarkophag dürfen bei einer Audioführung angefasst werden.
01.07.2005
© Ägyptisches Museum Uni Leipzig
Und wieder ertappt. "Bitte nicht so nah!", ruft das Museumspersonal aus der Ecke. Der Besucher entfernt sich schuldbewusst vom Exponat - dabei wollte er doch nur einmal einen Blick von ganz nah auf die Kostbarkeit werfen. Aber egal ob Bild, Statue, Schmuck oder Schnitzerei, die meisten Ausstellungsstücke in Museen sind so wertvoll, dass Interessierte sich schon über einen Blick aus respektvoller Distanz freuen dürfen.
Doch das ist nun anders, zumindest in Leipzig. Dort können Hieroglyphen ertastet, Sarkophage berührt und Steinfiguren gestreichelt werden. In der seit dem 28. Mai eröffneten Ausstellung "Das alte Ägypten (be)greifen" können Besucher so nah an die Exponate ran, wie sie möchten. Denn die Betreiber des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig erstellten eine barrierefreie Ausstellung, in der Blinde sich die antike Kunst ertasten können.
© Ägyptisches Museum Uni Leipzig
Und so befinden sich in einem großen Raum des Gohliser Schlösschens 40 ägyptische Exponate, darunter Repliken und Gipsmodelle, aber auch acht altägyptische Originale, von denen einige bis zu 3000 Jahre alt sind. Die Stücke sind aufgeteilt in fünf Themenkomplexe: Alltag, Schrift, Königtum, Götterwelt und Totenkult. Und da nicht nur Sehbehinderte und Blinde herzlich willkommen sind, sondern alle Interessierte an ägyptischer Kultur, hat sich mittlerweile eine gute Mischung an Senioren, Sehbehinderten, Kindern und Erwachsenen seit Beginn des Projektes eingefunden.
Noch bis zum zweiten Oktober werden Besucher per Audioführung durch die Ausstellung geleitet. Das dauert um die anderthalb Stunden. Wer lieber eine persönliche Führung möchte, der sollte sich vorher anmelden.
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