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Pflegeoase entlastet alle Beteiligten

Pflegeoase entlastet alle Beteiligten

Foto: Pflegekraft und ältere Dame im Rollstuhl im Zimmer 

Die Pflegewissenschaftliche Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) hat die Ergebnisse einer Studie zu „Pflegeoasen" veröffentlicht. Dabei geht es um eine Versorgungsform, bei der drei bis sieben Menschen mit schwerer Demenz in einem Raum gepflegt werden.

Die zweijährige Studie „(K)Ein Lebensraum für Menschen im Alter mit schwerer Demenz!?“ umfasst neben den Ergebnissen auch Empfehlungen für Einrichtungen, die eine Pflegeoase sein möchten, sowie Hinweise zur Verantwortung von Gesellschaft und Politik.

Ziel der Studie war es, mögliche Auswirkungen der Pflegeoase auf die Lebensqualität der betroffenen alten Menschen und die Belastung der Pflegenden zu untersuchen. Darüber hinaus erfasst der Report Einschätzungen weiterer beteiligter Berufsgruppen und der Angehörigen. Dabei geht es um die Förderung der Mobilität der Bewohner, die Qualifikation der Mitarbeiter sowie den Einbezug von Fallbesprechungen.

In Gruppengesprächen analysierten und beurteilten Angehörige und Pflegende die Lebensqualität von Bewohnern mit schwerer Demenz und schätzten sie im Endergebnis in der Pflegeoase (geringfügig) höher ein als in der Vergleichseinrichtung. Die Pflegenden nannten Mimik, Gestik und Geräusche, aber auch den Grad der Entspannung und das Nichtvorhandensein von Aggressivität als wichtige Kriterien. Für die Angehörigen gilt die ständige Anwesenheit und Ansprechbarkeit der Pflegenden als wichtigstes Qualitätsmerkmal.

Die Einschätzung der Versorgung wurde von den Pflegenden und den Angehörigen eindeutig positiv gewertet. Für die Pflegenden ergibt sich mit der Pflegeoase ein Freiraum, der es ihnen erlaubt ihre Arbeit weitgehend nach eigenen Prioritäten zu gestalten. Sie erfahren und realisieren, was „eigentlich“ Pflegearbeit bedeutet. Ein geringeres Belastungsniveau der Mitarbeiter ist die Folge. Den Vorteil der Pflegeoase zur herkömmlichen Versorgung sahen die Angehörigen in der Tatsache, dass der zu Pflegende nicht mehr alleine und isoliert im Einzelzimmer lag und dass dadurch die Befindlichkeiten des Bewohners besser beobachtet und kontrolliert werden konnten.

Eine zentrale Herausforderung sehen die Autoren in der Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen der Altenpflege, um eine entsprechende Versorgung von Menschen mit schwerer Demenz in Zukunft zu sichern. Sie fordern die Politik auf, die Rahmenbedingungen für die professionelle Altenpflege zu verbessern sowie das zivilgesellschaftliche Engagement in den Einrichtungen zu fördern und zu unterstützen.

REHACARE.de; Quelle: Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

- Mehr über die PTHV unter www.pthv.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )