Sie befinden sich hier: Aktuelles. Schwerpunkt. Schwerpunkt: Schlaganfall.
Dem Schlaganfall auf der Spur
Schwerpunkt: Schlaganfall
Dem Schlaganfall auf der Spur
26.05.2008
Beim Schlaganfall kommt es zu plötzli-
chem Blutmangel im Gehirn © Hemera
Alle zwei Minuten erleidet ein Mensch in Deutschland einen Schlaganfall. Um die damit zusammenhängenden Prozesse im Gehirn besser zu verstehen, entwickeln Forscher neuartige Messmethoden.
Sie erforschen den zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Sauerstoffbedarf der Nervenzelle und der Sauerstoffbereitstellung durch das Blut. Dies ist ihnen nun erstmals direkt am Patienten mit einer Zeitauflösung von 100 Millisekunden gelungen. Rund ein Drittel der Betroffenen überlebt den plötzlichen Blutmangel im Gehirn nicht, viele andere behalten schwere Behinderungen wie Lähmungen oder Sprach- und Sehstörungen zurück.
Um so ein genaues Ergebnis zu erzielen, arbeiten Forscher mit zwei Messgeräten gleichzeitig, die die Gehirnströme erfassen und die Konzentrationsänderung des Blutsauerstoffes im Gehirn messen.
Das Ergebnis zeigt, dass ein bis drei Sekunden nach einer spezifischen Gehirnzellenaktivität die Blutzufuhr steigt. Diese zeitliche Abfolge können die Forscher nun auf 100 Millisekunden genau bestimmen. In einem nächsten Schritt wird die zeitliche Abfolge bei Gesunden mit der von Schlaganfall-Patienten verglichen.
Das derzeit übliche Mittel, um die Aktivität von Nervenzellverbänden sichtbar zu machen, ist die Kernspintomographie. Aber das Verfahren ermittelt das Ergebnis nur indirekt: Es misst den Sauerstoffgehalt des Blutes im Gehirn und lässt so Rückschlüsse auf die Zellaktivität zu - wo mehr Sauerstoff ist, ist auch eine erhöhte Gehirnzellenaktivität zu erwarten.
Auf der anderen Seite erlauben die Elektro- beziehungsweise Magnetenzephalografie, eher als EEG und MEG bekannt, einen direkten Einblick in Prozesse der Nerven, können diese aber nicht genau räumlich festlegen. Die oben beschriebenen Experimente können dazu beitragen, zwischen diesen herkömmlichen Messmethoden eine Brücke zu schlagen und neue Erkenntnisse zu liefern.
REHACARE.de; Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt
- Mehr über die Physikalisch-Technische Bundesanstalt unter: www.ptb.de
( Quelle: REHACARE.de )












