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Hirnverletzungen - Krieg im Kopf
Schwerpunkt: Schlaganfall
Hirnverletzungen - Krieg im Kopf
Anne-Kathrin Gentz lässt sich nicht
unterkriegen; © Messe Düsseldorf
Täglich ändert sich das Leben von vielen Menschen urplötzlich – durch einen Unfall, Schlaganfall oder eine Gehirnblutung. Auf der REHACARE erklärt Anne-Kathrin Gentz, Gründerin der Selbsthilfegruppe Lebig in Bonn, warum Selbsthilfe für Betroffene schwierig, aber dennoch wichtig ist.
Hirnverletzte haben nicht nur mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen, wie Sprach- und Verhaltensstörungen oder Lähmungen. „Wir sind in beschränktem Maße leistungsfähig, können aber keinen Beruf mehr ausüben. Damit fehlen uns die damit verbundene soziale Anerkennung und Kontakte“, sagt Anne-Kathrin Gentz. Die Folge: Einsamkeit, ein geringes Selbstwertgefühl und Hoffnungslosigkeit. Um wieder neuen Lebensmut zu tanken, ist es wichtig, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. „Wir treffen uns, um über unsere Probleme zu sprechen und Lösungswege zu finden. Aber auch, um miteinander zu lachen und durch gemeinsame Aktivitäten, wie Museums- oder Theaterbesuche, Spaß an unserem zweiten Leben zu haben“, so Gentz.
Sie selbst hatte sehr schnell nach ihrem schweren Unfall vor acht Jahren das Bedürfnis, mit anderen Hirnverletzten über ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen zu reden. Viele Betroffene schrecken jedoch davor zurück – meistens aus Scham. „Denn um Hilfe zu suchen, muss man erstmal akzeptieren, dass man ein Problem hat, mit dem man alleine nicht fertig wird“, erklärt Gentz.
Das Besondere bei Hirnverletzen sei, dass man ihnen häufig nicht anmerke, dass sie eine Behinderung haben. „Deshalb werden an uns die gleichen Anforderungen wie an Menschen ohne Behinderung gestellt.“ Denen könne man jedoch vielfach nicht gerecht werden und bleibe mit dem Gefühl, versagt zu haben, zurück. Es ist schmerzhaft, sich eingestehen zu müssen, dass man eben nicht mehr so konzentrations- und leistungsfähig ist, wie vor dem Hirnschaden. Das auch anderen gegenüber offen zuzugeben, fällt schwer. „Dabei kann eine Selbsthilfegruppe eine große Unterstützung sein. Alleine, im stillen Kämmerlein, ist der lange, beschwerliche Weg kaum durchzuhalten.“
Sonja Endres
REHACARE.de












