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Das Tor zu Außenwelt: Integration für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen
Schwerpunkt: Schlaganfall
Das Tor zu Außenwelt: Integration für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen
Über 29 Aussteller präsentieren und informieren auf der REHACARE 2010 über neurologische Rehabilitation, Pflege und Nachsorge und viele weitere Themen. Mittlerweile hat sich der dazugehörige „Marktplatz Gehirn" zu einer wichtigen Kommunikationsplattform entwickelt, um Betroffene, Angehörige und Experten zusammen zu führen.09.10.2010
Horst Ritter fördert in der Wohngemeinschaft INSEL das selbstständige Leben von Menschen mit erworbenem Hirnschaden;© Messe Düsseldorf
Es ist ein großes neuronales Netzwerk, das verschiedene Sinneseindrücke verarbeitet und viele Verhaltensweisen regelt. Die Rede ist vom menschlichen Gehirn. So kompliziert wie die einzelnen Abläufe im Gehirn sind, so sensibel reagiert es auch auf innere und äußere Einflüsse. Schon die geringsten Defizite haben eine Auswirkung auf das Zentralorgan des Menschen.
Durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems werden Menschen plötzlich oder schleichend zu Menschen mit Behinderungen und wichtige alltägliche Fähigkeiten gehen ihnen verloren. Der Gang zur Toilette gestaltet sich schwierig, die logische Denkweise nimmt ab, es gibt zahlreiche Beispiele für die Ausprägungen erworbener Hirnschäden.
Doch was bedeutet „erworbener Hirnschaden“ genau? Diese Krankheit bezieht sich grundsätzlich auf Schädigungen des Gehirns, die im Laufe des Lebens eintreten. Meist sind sie durch Schlaganfall, Hirnblutungen, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirntumoren hervorgerufen worden. Die Betroffenen haben es oft schwer, eine adäquate Versorgungs- und Betreuungsmaßnahme zu finden. Die Unterbringung in Pflegeheimen oder Heimen für geistig Behinderte ist meistens die letzte Lösung.
Allein in Deutschland leben über 800.000 Menschen mit Beeinträchtigungen durch Schädel-Hirn-Verletzungen. Grund genug sich für die Betreuung und Integration der betroffenen Menschen mehr einzusetzen, dachte der Bonner Pfarrer Horst Ritter und gründete die INSEL. Der Name steht für Initiative Selbstständigen Leben e.V..
Auf der REHACARE stellte er seine Wohngemeinschaft vor und ging auf die außergewöhnlichen Bedürfnisse von Menschen mit erworbenen Hirnschäden ein: „Es gibt ein sehr heterogenes Bild dieser Erkrankung, denn es bezieht sich auf Menschen im Wachkoma genauso wie auf Menschen, die ein fast normales Leben führen können“, erklärt Ritter. Dadurch kommt es oft vor, dass das Fachpersonal nicht hinreichend geschult ist, um jeden individuellen Fall optimal zu betreuen. Die Konsequenz: Aus Mangel an Erfahrung und Zeit werden diese Menschen in Wohnheimen oft aus- und weggeschlossen.
„Hier war es mir wichtig, mit der INSEL einen Anfang zu wagen. Denn die Nachbetreuung, Integration und Förderung in vielen Einrichtung ist immer noch mangelhaft“, schildert Ritter „ Ich kenne zum Beispiel in Deutschland nur eine einzige Werkstatt, die Husumer Werkstätten, die sich um Menschen mit erworbenen Hirnschäden kümmern.“ Trotz erster Erfolge und großem Engagement fehlt ein vollständiges Konzept. Es bleiben für alle Beteiligten viele Fragen offen.
Diana Posth
REHACARE.de












