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Familiäres Risiko bei Typ 1 Diabetes besser vorhersagbar

Familiäres Risiko bei Typ 1 Diabetes besser vorhersagbar

Foto: Zuckermessgerät an einem Finger 

Die Vorhersagbarkeit von Typ 1 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen wird durch genetische und immunologische Verfahren zunehmend besser. Insbesondere Kinder mit familiärem Risiko für Typ 1 Diabetes haben einen Vorteil von solchen Untersuchungen.

Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr: Typ 1 Diabetes gehört in Deutschland zu der häufigsten Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2011 zu folge leben derzeit etwa 15.000 (bis 14 Jahre) von ihnen in Deutschland. Jährlich kommen etwa 2.200 Neuerkrankungen hinzu. Auch sind die betroffenen Kinder zum Zeitpunkt des Ausbruchs immer jünger. Man erwartet, dass sich die Zahl der Neuerkrankungen bis zum Jahre 2020 bei den unter 5-jährigen sogar noch verdoppelt.

Anette-Gabriele Ziegler von der Technischen Universität München widmet sich bereits seit 25 Jahren der Erforschung von Typ 1 Diabetes, der Ursachen und einer möglichen Prävention des Krankheitsausbruchs. „Es geht aber auch darum, eine mögliche Krankheitsentwicklung rechtzeitig zu erkennen oder sogar vorherzusagen“, so Ziegler.

Um einordnen zu können, ob jemand eines Tages an Typ 1 Diabetes erkrankt, messen die Wissenschaftler im Rahmen mehrerer klinischer Studien Biomarker und Genotypen, die eine Abschätzung des Erkrankungsrisikos messbar machen.

Die bisher zuverlässigste genetische Risikoabschätzung konnte bislang anhand von HLA-Genotypen (Humane Leukocytes Antigene) gemacht werden. Diese Genotypen lassen sich häufig bei Kindern nachweisen, die ein familiäres Risiko für die Entwicklung von Typ 1 Diabetes besitzen. Dabei steigt das Risiko mit der Anzahl der erkrankten Familienmitglieder ersten Grades. Aber auch bei Kindern ohne familiäre Vorbelastung (gesunde Eltern und Geschwisterkinder), die einen Hochrisiko-HLA-Typen aufweisen, liegt das Erkrankungsrisiko für Typ 1 Diabetes bei fünf Prozent.

Stammt das Kind aber aus einer Familie, in der Vater, Mutter oder Geschwisterkind bereits an Typ 1 Diabetes erkrankt sind und weist gleichzeitig HLA-Risikogene auf, so steigt das Erkrankungsrisiko bereits auf zehn bis 20 Prozent. Sind mehrere Mitglieder der Familie erkrankt und HLA-Risikogene können beim betroffenen Kind nachgewiesen werden, liegt die Wahrscheinlichkeit an Typ 1 Diabetes zu erkranken sogar bei 50 Prozent.

Das Wissen um die genetischen Einflüsse auf die Entwicklung der Erkrankung schafft aber auch Sicherheit: „Je eher wir eine Krankheitsentwicklung absehen können, desto früher besteht die Möglichkeit im Einzelfall darauf Einfluss zu nehmen“, erklärt Ziegler und bezieht sich dabei auf die internationale Studie „Pre-POINT“, die durch eine Art Impfung die Entwicklung von Typ 1 Diabetes verhindern soll. Die Studie richtet sich an Kinder zwischen 18 Monaten und sieben Jahren, in deren Verwandtschaft ersten Grades ein Geschwisterkind oder zwei enge Verwandte bereits erkrankt sind und die damit ein sehr hohes Risiko in sich tragen ebenfalls zu erkranken.

„Die Kinder erhalten täglich Insulin in Form von Pulver oral verabreicht.
Vorläuferstudien aus den USA haben bereits gezeigt, dass durch die tägliche Insulingabe das Immunsystem günstig beeinflusst werden kann. Demzufolge könnte die Entwicklung von Inselautoantikörpern, welche Vorboten des Typ 1 Diabetes sind, verhindert werden", erläutert Ziegler.

REHACARE.de; Quelle: Technische Universität München

- Mehr über die Technische Universität München unter www.tum.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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