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Abgucken erlaubt: 3-D Kopf gegen Lispeln
Schwerpunkt: Kommunikation
Abgucken erlaubt: 3-D Kopf gegen Lispeln
12.11.2007
"Massy" und seine Erfinder Sascha
Fagel und Katja Grauwinkel;
© TU Berlin/Pressestelle
Ein neu entwickelter virtueller 3D-Kopf hilft mit computeranimierten Sprechbewegungen gegen Lispeln.
Er spricht und singt, und auch wenn er seine Zunge zeigt, ist das keine Ungehörigkeit, sondern eine hilfsbereite Geste. Kinder sind begeistert von ihm und Logopäden auch. Die Rede ist von Massy, einem dreidimensionalen Kopf, der nur im Computer lebt, und vor fünf Jahren von Sascha Fagel am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin erschaffen wurde. Massy steht für "Modularer Audiovisueller Sprachsynthesizer" und ist Dreh- und Angelpunkt eines Forschungsprojektes, gefördert vom Bundesforschungsministerium, in dem es darum geht, zukünftige Entwicklungen von computeranimierten Sprechbewegungen in realen Anwendungen aufzuzeigen.
Die beiden Kommunikationswissenschaftler Sascha Fagel und Katja Grauwinkel haben nun nachgewiesen, dass mit diesem virtuellen Kopf Sprechstörungen therapiert werden können. Der Grund: Bei Massy werden die zur Lautbildung notwendigen Organe, die verborgen im Mund liegen, sichtbar gemacht. Diese Visualisierung hilft, Laute und Lautfolgen richtig auszusprechen. "So wie man einen Menschen besser versteht, wenn man 'von seinen Lippen liest', fällt Menschen mit einem Sprechfehler das Erlernen der richtigen Aussprache leichter, wenn sie sehen, wie zum Beispiel die Zungenspitze sich bei dem Wort 'Nase' bewegen muss", erklärt Fagel.
Die beiden Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Massy ein nützliches Instrument für die Arbeit der Logopäden ist. "Unsere Ergebnisse in Berliner Praxen machen deutlich, dass bereits kurze Übungsphasen mit Massy bei Kindern mit schwach oder stark ausgeprägtem s-Fehler zu einer deutlichen Verbesserung der Lautproduktion führen. Das sogenannte Lispeln geht zurück, die Aussprache wird hörbar besser, weil die Kinder sehen und nachahmen, in welcher Position die Zungenspitze sein muss, um nicht zu lispeln und wo sie sich befindet, wenn man lispelt", so Grauwinkel.
REHACARE.de; TU Berlin
- Mehr zur TU Berlin unter: www.pressestelle.tu-berlin.de/
( Quelle: REHACARE.de )












