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Fit im Rollstuhl – Für mehr Sicherheit im Alltag

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Fit im Rollstuhl – Für mehr Sicherheit im Alltag

Mobilität hat im alltäglichen Leben einen hohen Stellenwert. Insbesondere gilt das für etwa 900.000 Rollstuhlfahrer in Deutschland, die bei ihren täglichen Touren durch Stadt und Land besonders gefordert sind. Denn nur zu schnell übersieht man Gefahren und Hindernisse. 23.09.2011

Foto: DRS Seminar, Seminarleiter weist Rollifahrer ein 
Nach der Theorie folgt die Fahr-
praxis; © Messe Düsseldorf

Die Treppe hinauf, die Treppe hinab, über Stock und Stein, einen Bordstein hinunter, dann wieder hinauf, ein löchriger Gehweg, danach eine unebene Fahrbahnfläche – für viele Rollstuhlfahrer gehört dies zum alltäglichen Fahr-Albtraum. Damit das Fahren endlich zum Erlebnis wird, bedarf es eines sicheren Umgangs mit der Rollstuhltechnik und ausreichend Erfahrung. „Je besser ein Rollstuhlfahrer die Technik seines Rollis beherrscht, umso größer ist sein Selbstwertgefühl und die Steigerung seiner Lebensqualität“, erzählt Rollifahrtrainer Peter Richarz vom DRS.

Ähnlich wie bei dem Erwerb eines Autoführerscheins, ist es wichtig, die Flexibilität, Stabilität und das dynamische, sichere Fahren von Rollifahrern zu steigern. Schließlich sollen sich Fahrer und der Rollstuhl im besten Falle derart ergänzen, dass jedliche Fahrbewegung leicht und locker, praktisch automatisch abläuft. Das kann geschult werden. Mittlerweile bietet der Deutsche Rollstuhl-Sportverband zahlreiche Trainings in allen Bundesländern für Jung und Alt an.

Auf der REHACARE 2011 veranstaltete der DRS einen kleinen Schnupperkurs: 15 Rollstuhlfahrer trainierten zusammen auf einem speziell angefertigten Rollstuhlparkour. Als Trockenübungen befassten sich anfangs mit theoretischem Wissen: Allen Teilnehmern wurde die Technik, die Sitzhaltung und die Ergonomie nahegelegt und wie man den Rollstuhl optimal an die Bedürfnisse des einzelnen Fahrers anpasst. Ein wichtiges Aufwärmtraining bevor es zum praktischen Teil überging, der rasant startete. Auf dem Trainingsprogramm standen Drehübungen auf einem runden Podest. Danach folgte das Fahren über fiktives Bordsteinpflaster und Slalomfahrten. Äußerste Konzentration und Fahrpräzision forderte schließlich das Überfahren einer Bordsteinkante von circa fünf Zentimetern Höhe.

 
 
Foto: Rollifahrer auf Übungsrampe 
Auf einem Rollstuhlparkour kann sich jeder Rollifahrer individuell schulen lassen; © Messe Düsseldorf

Die Anforderungen steigerten sich jedoch weiter: Auf einer beweglichen Rampe konnten die Rollis üben, Balance zu halten und sie richtig einzusetzen. Das wurde manchmal zu einer wackeligen Angelegenheit. Peter Richarz hatte dabei seine Schützlinge immer aufmerksam im Blick, um ihnen jederzeit Hilfestellungen geben zu können und zu erklären, wie sie kraftschonende Grifftechniken anwenden und sicher wieder auf ebenem Boden ankommen: „Es geht bei diesen Übungen in erster Linie darum, die Fahrer zu ermutigen, damit sie auf ihre eigenen Kräfte vertrauen. Dazu gehört auch die Muskulatur der Rollstuhlfahrer zu fördern, die normalerweise gar nicht so stark gefordert wird."

Das Ziel, ein unfallfreies und entspanntes Fahrerlebnis im Alltag zu erzielen, steht im Vordergrund dieser recht anstrengenden dafür aber lehrreichen Trainingseinheiten. Wer fleißig übt, Erfahrungen sammelt und Vertrauen aufbaut, findet meist auch einfacheren Zugang zu anderen Rollstuhlsportarten. Unter dem Motto "Grenzen suchen - Grenzen überwinden" nehmen inzwischen viele geschulte Rollstuhlfahrer am Marathon für Fußgänger und Rollstuhlfahrer in Berlin teil.

"Bei diesem Erlebnis wächst man nicht nur über sich selbst hinaus, sondern findet schnellen Kontakt zu Gleichgesinnten. Wir sind somit einer der erfolgreichsten Selbsthilfegruppen in Deutschland", verrät ein Marathonteilnehmer lächelnd. Im besten Fall wird das Rollifahren so zu einer Erfolgsgeschichte.

REHACARE.de

 
 
 

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