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Digitale Barrieren lauern überall

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Digitale Barrieren lauern überall

Ob Wecker oder Fahrkartenautomat – in unserem Alltag ist heutzutage fast alles digitalisiert. Deswegen informierten das Projekt „Digital informiert – im Job integriert“ (Di-Ji) und die Meldestelle für digitale Barrieren im Café Forum auf der REHACARE über digitale Barrieren und erklärten, was man gegen sie unternehmen kann.22.09.2011

Foto: Referentin im Café Forum 
Rainer Wallbruch berichtete im Café
Forum über das Di-Ji-Projekt;
© Messe Düsseldorf

Fast jeder ist schon einmal auf sie gestoßen, ohne es vielleicht zu wissen – digitale Barrieren. „In Artikel 9 der UN-Konvention wird die barrierefreie Zugänglichkeit von Informationen gefordert. Menschen mit Behinderung dürfen also auch von digitalen Angeboten nicht ausgeschlossen werden“, sagt Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB).

Viele Softwarebenutzer haben sich wahrscheinlich noch keine Gedanken darüber gemacht, was wäre, wenn sie keine Maus zur Navigation durch das Programm nutzen könnten. Viele Programme bieten zwar Tastaturkürzel für bestimmte Funktionen an, aber nur selten sind auch wirklich alle Befehle mit einer alternativen Tastenkombination belegt. „Durch diese Art der Barriere ist es etwa Menschen mit einer starken Körperbehinderung oft nicht möglich, diese Programme zu benutzen. Das kann sogar dazu führen, dass sie von einem bestimmten Beruf automatisch ausgeschlossen sind“, gibt Wallbruch zu bedenken.

Di-Ji setzt sich deswegen für eine barrierefreie Gestaltung berufs- und ausbildungsrelevanter Informationen ein. Damit möchte das Projekt vor allem einen möglichst breitgefächerten Zugang zur Berufswelt sichern. Dabei geht es aber nicht nur um berufsbezogene Software, auch Formulare in Webshops sind für die Meldestelle für digitale Barrieren interessant. „Sogenannte Captchas, also grafisch dargestellte Buchstabenkombinationen, müssen am Ende vieler Online-Formulare zur Absicherung eingegeben werden. Sehbehinderte Menschen stoßen hier schnell an ihre Grenzen“, erklärt Wallbruch. „In solchen Fällen können Nutzer auf unserer Seite entweder anonym oder namentlich die Barriere beschreiben und melden“, fährt er fort.

 
 
Foto: Screenshot eines Online-Formulars 
Sogenannte Captchas stellen für Menschen mit einer Sehbehinderung eine Barriere dar; © Messe Düsseldorf

Doch die Meldestelle beschäftigt sich nicht nur mit Barrieren im Internet. Selbst der Fahrkartenautomat oder die digitale Anzeige der Abfahrtszeiten stellen für Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps oft unüberwindbare Hürden dar. Rainer Wallbruch ergänzt: „Was nützt mir ein barrierefreier Arbeitsplatz, wenn der Weg dorthin es nicht ist?“ Ein weiteres Ziel des Di-Ji Projektes ist es deswegen, die Öffentlichkeit für die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile barrierefreier digitaler Angebote zu sensibilisieren. Denn egal ob bei der Arbeitssuche oder im Job selbst: Vorhandene Barrieren in der Informationstechnik müssen wahrgenommen und beseitigt werden.

Ansprechpartner der Meldestelle sind die gesamte Messe über am Stand Nummer 3 der BAG Selbsthilfe in Halle 3 (E20) zu finden und stehen allen Interessierten für weitere Informationen und auch zur Meldung von digitalen Barrieren zur Verfügung.

Nadine Lormis
REHACARE.de

 
 

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