Sie befinden sich hier: MediaCenter.
Klangmassage: „Solange wir schwingen, sind wir lebendig“
MediaCenter
Klangmassage: „Solange wir schwingen, sind wir lebendig“
Nicht denken, nur entspannen - das sind die wesentlichen Aspekte, die eine Klangmassage ausmachen. Mit dem Ursprung der Entspannungsmethode mit den Metallschüsseln und mit ihrer Wirkung auf den Körper befasste sich der Ausstellervortrag im CCD.Süd „Klangmassage“ der Peter-Hess-Stiftung. 22.09.2011
Zeljko Vlahovic wendet als Ergo-
therapeut die Klangmassage an;
© Messe Düsseldorf
„Es kribbelt …“; „Geht in die Hand und schwingt weiter“: Mit einer metallenen Klangschale in der Hand, angeschlagen mit einem Holzschlägel, konnten die Teilnehmer des Vortrags selbst einmal ausprobieren, welche Wirkung die sanften Klänge auf sie haben. Eine beruhigende, stellten die meisten fest.
Und damit war der Kern der Klangmassage nach Peter Hess schon gefunden, die in den Bereichen Pädagogik, Beratung, Therapie und Medizin als Entspannungsmethode genutzt wird. Bei einer Klangmassage werden Klangschalen auf den bekleideten Körper gestellt und zum Klingen gebracht. Die Klänge werden über das Gehör aufgenommen. Die Schwingungen übertragen sich auf den Körper und vibrieren weiter, wie ein Stein, der Kreise zieht, wenn er ins Wasser geworfen wird - was die Muskeln entspannen lässt und wie eine Art Massage wirken kann. Auch die Atmung verlangsamt sich.
"Wir nehmen Klänge direkt mit dem Gehirn und dem ganzen Körper auf", beschrieb Ergotherapeut Zeljko Vlahovic vom Peter-Hess-Institut. „Dazu müssen wir nicht nachdenken und auch nicht sprechen können - das ist der Vorteil gegenüber anderen Entspannungsmethoden. Und somit ist die Klangmassage auch beispielsweise für Demenzpatienten geeignet."
Bemerkenswert war die Reaktion der Teilnehmer auf die unterschiedlichen Klänge verschieden großer Klangschalen – der tiefe Klang der großen Schale schien sich am meisten auf den unteren Oberkörper der Hörer auszuwirken, die kleine mit hellem Klang auf den oberen Bereich - und die mittlere brachte den gesamten Oberkörper zum Schwingen. "Das ist eine typische Reaktion", erklärte der Klangmasseur. "Deshalb nennen wir die große Schale Beckenschale, die mittlere Universalschale und die kleine Herzschale. In die Nähe dieser Körperregionen stellen wir die Schalen auch während der Massage. Der Körper nimmt sich dann die Frequenz, die er gerade möchte. Und jede Frequenz wirkt bei verschiedenen Körpern anders."
Hohe Töne seien dagegen nicht zu empfehlen, betonte Vlahovic. Auch wieder praktisch veranschaulicht mit einem Paar Zimbeln, die aussehen wie kleine Becken und sehr schrille Klänge produzieren - mit dem Effekt, dass die Zuhörer die Augen zusammenkniffen und Köpfe einzogen. Das Gegenteil von Entspannung also.
Ursprünge in Nepal
Der Name "Peter-Hess-Klangmassage" rührt von ihrem Entwickler Peter Hess her, der viele Reisen durch Asien unternahm und dabei entdeckte, wie Klänge - besonders die der Metallschalen - auf dem Körper wirken können. "Die ursprüngliche Nutzung der Schüsseln scheint aber nicht in der Meditation zu liegen, sondern im täglichen Gebrauch als Waschschüssel oder Ähnlichem", so der Therapeut. Ganz klar sei dies jedoch nicht.
Zurück in Deutschland, gab Peter Hess in den Achtzigern seine Erfahrungen weiter, um anderen Menschen die heilsame Wirkung zu vermitteln. Und nun schwingt seine Idee weiter. "Und solange wir schwingen, sind wir lebendig", glaubt sein "Anhänger" Zeljko Vlahovic.
Natascha Mörs
REHACARE.de
Besucher der Messe können sich an allen Messetagen am Stand des Peter-Hess-Instituts von Klängen massieren lassen und den Mitarbeitern Fragen zur Methode stellen: Halle 3, Stand F42.












