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Unterwegs in Richtung Freundschaft
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Unterwegs in Richtung Freundschaft
Ob Schwarzwald oder Sahara – Urlaubsziele gibt es viele. Für Menschen mit Handicap stellt sich allerdings nicht nur die Frage, ob das Hotel auch nah genug am Strand ist. Inwiefern ehrenamtliche Freizeitbegleiter Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen auf Reisen unterstützen können, erfuhren die Besucher des Ausstellervortrags von der YAT Reisen GmbH am Freitag auf der REHACARE.23.09.2011
Alexander Nolte berichtete im
Ausstellervortrag von seiner Arbeit;
© Messe Düsseldorf
In kleiner Runde berichtete Firmengründer Alexander Nolte darüber, wie er Reisen für Menschen mit Behinderung organisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer umfassenden Betreuung. Die Menschen mit Handicap bekommen deswegen ehrenamtliche Freizeitbegleiter an die Seite gestellt. Im Vordergrund der Reisen steht vor allem der Spaß. „Und das ist gar nicht so einfach umzusetzen“, sagt Nolte. „Dafür müssen wir unseren Reisenden vor allem interessante Ziele und ein abwechslungsreiches Programm vor Ort bieten.“
Seine Erfahrungen zeigen, dass der Begriff Barrierefreiheit ein dehnbarer zu sein scheint: „Viele Hotels sagen auf Nachfrage, dass sie gut zugängliche Sanitäranlagen haben. Vor Ort steht der Rollifahrer dann in einem schlauchförmigen Bad, in dem er nicht ansatzweise neben die Toilette fahren könnte“, erinnert sich Nolte. Für seine Kunden bucht der Geschäftsführer der YAT Reisen GmbH deswegen lieber kleine familiäre Hotels. Und auch die werden im Vorfeld auf Herz und Nieren geprüft.
Die Angebote richten sich insgesamt an vier Zielgruppen: Erwachsene oder Kinder und Jugendliche mit körperlichen Handicaps sowie Erwachsene oder Kinder und Jugendliche mit geistigen oder mehrfachen Handicaps. Je nachdem, welche Behinderung vorliegt, wird der passende Betreuer für die Reise ausgewählt. Denn ein autistischer Erwachsener erfordert andere Qualifikationen als ein schwerst mehrfachbehindertes Kind.
Dass der richtige Begleiter für einen Kunden ausgewählt wurde, zeigt sich spätestens dann, wenn der Kontakt auch nach der gemeinsamen Reise nicht abbricht. „Es ist schon fast die Regel, dass zwischen Betreuern und Kunden am Ende richtige Freundschaften entstehen“, sagt Nolte und freut sich. Sein Ziel für diese Reisen ist es daher auch, dass Außenstehende gar nicht erkennen können, dass es sich um Betreuer und Betreute handelt.
Um trotz allem auch eine gewisse Qualität in der Betreuung zu gewährleisten, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter in dem angegliederten Verein YAT Akademie geschult. Im Basiskurs erlernen sie an einem Wochenende die wichtigsten Grundlagen in Sachen Grundpflege, Hygiene, Heben und Tragen. Dafür werden konkrete Situationen nachgestellt, damit die Betreuer einen direkten Einblick in die praktische Arbeit bekommen.
Und das Konzept scheint aufzugehen: Inzwischen koordiniert Nolte 500 aktive ehrenamtliche Reisebegleiter und bekommt Kundenanfragen aus ganz Europa. Tendenz steigend. „Das Schöne dabei ist, dass wir uns nicht nur als Kollegen sehen, sondern eigentlich eine große Familie sind“, fasst der Sozialpädagoge zusammen.
Messebesucher können sich in Halle 4, Stand G37 bis G39, noch bis einschließlich Samstag über die Angebote der YAT Reisen GmbH informieren.
Nadine Lormis
Redaktion REHACARE.de












