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Tomatis-Hörtraining: Muckibude für die Ohren
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Tomatis-Hörtraining: Muckibude für die Ohren
Muskeln kann man trainieren – auch die kleinsten im Ohr. Das Tomatis-Hörtraining nutzt diese Möglichkeit, um verlorene Töne ins Gehör zurückzuholen. Auf dem Marktplatz Gehirn stellte Claudia Krüger vom Tomatis-Institut die Methode vor. 23.09.2011
Claudia Krüger referierte über das
Hörtraining; © Messe Düsseldorf
Der Begründer der Methode war Alfred Tomatis (1920-2001), ein französischer Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Er belegte, dass das Hören für die Entwicklung des Menschen ausschlaggebend ist. Die Folge: Wer nicht richtig zuhören kann – körperlich und mental – hat Schwierigkeiten, sich mit seiner Umwelt zu verständigen. Die Tomatis-Methode soll die Ursachen dieser Probleme ergründen und Abhilfe schaffen.
„Denn das Hören ist wichtig für das Gleichgewicht, unsere Orientierung in Raum und Zeit sowie für die Verständigung mit anderen Menschen“, erklärte Claudia Krüger, die das Tomatis-Institut in Köln leitet. Wem die Grundlage dazu fehlt, kann sich nicht optimal entwickeln und nicht selbstsicher sein.
Das Hörtraining
„Im ersten Teil des Trainings hören die Patienten über Kopfhörer speziell aufbereitete Musik, meist von Mozart oder Gregorianische Gesänge. Dabei können Sie ausruhen, schlafen, malen oder puzzeln“, beschrieb Krüger.
Auch Wachkomapatienten können
vom Training profitieren; © Messe
Düsseldorf
Dann geht es zum aktiven Hören. Mithilfe eines Gerätes, das „Das Elektrische Ohr“ genannt wird, können die kleinsten Muskeln im Ohr, der Hammermuskel und der Steigbügelmuskel, geschult werden. Die Referentin veranschaulichte dies mit einem Beispiel: „Das ist fast wie in einer Muckibude – nur mit Musik anstelle von Gewichten. Die sogenannte Klangwippe im Elektrischen Ohr liefert Geräusche an das Patientenohr. Abwechselnd in der Hörqualität, die der Hörer kennt, und dann in einer, die er nicht kennt. Das flippt dann hin und her, sodass sich die Muskeln darauf einstellen müssen.“
Das Training spricht alle Altersgruppen an: „Unsere jüngsten Patienten sind drei Jahre alt, die älteste 74“, so die Referentin. „Es kann beispielsweise Wachkomapatienten helfen, autistischen oder sehr früh geborenen Kindern oder Senioren, die ihr Hören möglichst lange erhalten möchten.“ Einzige Voraussetzung dafür: Das passive Hören, also die reine Geräuschwahrnehmung, muss funktionieren. Klänge sprechen das gesamte Gehirn an – somit funktioniert das Training auch, wenn Teile des Gehirns nicht intakt sind.
Wie oft und wie lange die Hörtrainings bei einem Patienten angewendet werden, ist sehr unterschiedlich. Claudia Krüger lässt auch immer die Angehörigen oder Begleitpersonen ihrer Patienten „hören“, um ihnen ebenfalls die Möglichkeit zu geben, ihr Hören zu üben und die Vorgänge bei den Patienten besser zu verstehen. Das Hörtraining kann je nach Mobilität auch bei den Patienten zu Hause durchgeführt werden. Und die Effekte können sich sehen lassen – von der besseren Konzentration über das gestärkte Selbstbewusstsein bis hin zu den besser ausgeprägten Sprachfähigkeiten.
Natascha Mörs
Redaktion REHACARE.de












