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Neue Perspektiven für Physiotherapeuten auf Schalke

Neue Perspektiven für Physiotherapeuten auf Schalke

Hochrangige Referenten vor einer beeindruckenden Kulisse: Rund 250 Physiotherapeuten folgten der Einladung der opta data Gruppe zum 200. ExpertenFORUM in die Veltins-Arena „Auf Schalke“. Wirtschaftliche und therapeutische Themen sowie der Austausch untereinander standen am 19. Oktober im Mittelpunkt.

„Was die beiden Zauberer auf dem Platz wollen, ob sie irgendwelche rituellen Handlungen ausführen?“ Diese Frage stellte Klaus Eder, Physiotherapeut der deutschen Fußballnationalmannschaft, während im Hintergrund Bilder von Männern zu sehen waren, die mit einem Koffer auf den Fußballplatz eilen. Nein, ein Mann der Märchen und Mythen ist Klaus Eder wahrlich nicht. Auch wenn er dabei war, als die deutsche Nationalmannschaft 1990 den WM- und 1996 den EM-Titel holte.

Klaus Eder sprach vor über 250 Kollegen, die zum 200. ExpertenFORUM der opta data Gruppe in die Veltins-Arena gekommen waren: „Sportphysiotherapeutische Sofortmaßnahmen am Fußballplatz“ lautete der Titel seines Referats. Die Physiotherapeuten lauschten gespannt, denn Eder, der auch gut und gerne Sportmoderator sein könnte, redet gleichermaßen schnell wie packend. Eile ist auch auf dem Platz gefragt, wenn ein Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden geht.

Auf die Körpersprache achten

Dabei müssen Physiotherapeuten rasch analysieren und handeln, schließlich schauen Zehntausende im Stadion, Millionen vor ihren Bildschirmen zu. Und Kernspintomografen stehen erst nach dem Spiel zur Verfügung. Der Therapeut muss sich auf die Aussage des Spielers verlassen und zugleich auf die Körpersprache achten. Zwei Verletzungen kommen bei Fußballspielern besonders häufig vor: Kontinuumsstörungen und Falttraumata. Doch weshalb kommen die Spieler wieder so schnell auf die Beine, ist es etwa doch Zauberei? Nein, das Notspray kühlt die lädierten Stellen kurzfristig auf minus 20 Grad herunter, so dass die Therapeuten ihre heilsamen Hände anlegen können, ohne dass der Spieler Schmerz empfindet.

Doch manchmal sind auch Physiotherapeuten die Hände gebunden. Wie bei Olli Kahn, der sich im WM-Finale 2002 den Finger gebrochen hatte. „Ach was, gib mir was G‘scheits“, lehnte Torwart und Trainer eine von Eder angeratene Auswechslung ab. Vielleicht war es keine gute Idee, denn „ein paar Minuten später hat’s geklingelt“, so Klaus Eder.

Doch auch in anderen Bereichen des physiotherapeutischen Alltags schleichen sich Fehler ein. So verwies Christoph Soldanski, Stabsbereichsleiter Heilmittel bei opta data, auf „21 Todsünden in der Abrechnung“. Physiotherapeuten können mitunter viel Geld verlieren, weil Krankenkassen Verordnungen aufgrund von Formfehlern nicht akzeptieren. Das können viele Leistungserbringer dann beim besten Willen nicht mehr sportlich sehen. Dass Soldanski den richtigen Nerv traf, zeigte sich im Nachgang zum Vortrag. Zahlreiche Gäste meldeten sich zu Wort und berichteten von ihren Erfahrungen bei der Abrechnung.

„Wer kann die Qualität eines Physiotherapeuten beurteilen?“

Auf die berufliche Praxis zielte der Beitrag von Holger Just, Leiter Therapie medicos.AufSchalke, ab: Das interdisziplinäre Gesundheitszentrum in unmittelbarer Nähe der Veltins-Arena ist technisch und infrastrukturell auf die Bedürfnisse von Leistungs- und Hochleistungssportlern ausgerichtet. Aus diesem Grund profitieren auch alle anderen Patienten und Kunden von sportmedizinischen Erkenntnissen. Abschließend referierte Dr. Uwe Schlegel, Fachanwalt Arbeitsrecht, über „Wa(h)re Kommunikation. Wie Physiotherapeuten ihre Dienstleistungen verkaufen“. Grundsätzlich vertraut mit den natürlichen Abwehrhaltungen wie „Nein, ich bin doch kein Verkäufer“, zeigte Schlegel auf, dass Verkaufen in erster Linie Kommunizieren bedeute. Und dafür gelten einfache Regeln. Schlegel erinnerte sich daran, bei Physiotherapeuten „Unterirdisches erlebt“ zu haben. So hörte er als Patient, wie der Praxisinhaber eine Mitarbeiterin zurechtwies. Schlechte Voraussetzungen, um sich wohl zu fühlen. Und dass es ums Wohlfühlen geht, hob Schlegel besonders hervor: „Welcher Laie kann denn wirklich beurteilen, ob ich ein guter Physiotherapeut bin?“

Viel einfacher zu beurteilen war dagegen die Bilanz des ExpertenFORUM: „Die Kombination wirtschaftlicher und therapeutischer Themen und die Präsentation durch hochkarätige Referenten hat sich als sehr erfolgreich erwiesen“, fasst Christoph Soldanski sein persönliches Fazit zusammen. „Auch in Zukunft möchten wir im ExpertenFORUM Expertenwissen für nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften vermitteln.“ Auf welches exklusive Rahmenprogramm sich die Teilnehmer demnächst freuen können, das wollte Soldanski allerdings noch nicht verraten.

 
 
 

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