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Fachverband fordert Erhalt von Therapien


von Guntram Hoffmann



Köln/Weißenfels (kobinet) Der Zentralverband der Krankengymnasten stellte sich bei einem außerordentlichen Verbandstag hinter die Interessen Behinderter und chronisch Kranker zum Erhalt von Langzeittherapien.



Die Spitzen des Zentralverbandes der Krankengymnasten (ZVK) auf Bundes- und Landesebene trafen sich Mitte Januar zu einem außerordentlichen Verbandstag in Köln. Anlass für die Krisensitzung waren Hinweise, dass das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, BMGS, nun doch nicht beabsichtigt, die Vorlage des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen zur Novellierung der Heilmittel-Richtlinie bzw. des Heilmittel-Kataloges zu beanstanden. «Wenn es zu den beabsichtigten Rationierungen kommt, ist dies der therapeutische Kahlschlag im Bereich der chronisch Kranken. Eine aus rein finanziellen Gründen vorgesehene Therapiepause von zwölf Wochen zwischen zwei Behandlungen bedeutet, dass chronisch Kranke demnächst nur noch in jedem zweiten Quartal behandelt werden. Was dies für Schlaganfallpatienten, MS-Patienten, Rheumatiker usw. bedeutet, kann sich auch der Laie gut vorstellen», erklärte hierzu Ulrike Wolf, Vorsitzende des ZVK.



Der Verbandstag beschloss deshalb eine Resolution. Der ZVK startet inzwischen eine groß angelegte Informationskampagne, um die Patienten in den Heilmittelpraxen über die Auswirkungen der vorgesehenen Änderungen informieren. Noch wissen die chronisch Kranken nicht, was auf sie zukommt. «Wir fordern die Gesundheitsministerin auf, wie in anderen Fällen auch von ihrem Recht zur Beanstandung Gebrauch zu machen und die Vorlage des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen zu stoppen!», erklärte Ulrike Wolf weiter und erweiterte ihren Appell: «Alle Gesundheitspolitiker in Bund und Land müssen jetzt handeln und den Druck auf das BMGS erhöhen. Wer heute schweigt, übernimmt die politische Mitverantwortung und wird sich nicht hinter den Beschlüssen des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen verstecken können. Denn jede Rationierung bedeutet, dass notwendige Therapiemaßnahmen verweigert werden. Wer dies will, wird es seinen Wählern erklären müssen.» elba



kobinet-nachrichrichten dokumentiert die Resolution im Original



Ulla Schmidt muss entscheiden!



Das BMGS und damit die Ministerin Ulla Schmidt (SPD) in alleiniger Zuständigkeit entscheidet in wenigen Tagen, ob es im Heilmittelbereich zu den angedrohten Rationierungen kommen wird.



a. Chronisch Kranke, die im Regelfall zwischen Behandlungsintervallen eine 12wöchige Therapiepause einlegen sollen, werden damit jährlich nur noch in jedem zweiten Quartal behandelt. Wer will dies zum Beispiel gegenüber Schlaganfallpatienten, MS-Patienten, Rheumatikern verantworten?



b. Was ist mit Kindern mit infantilen Cerebralparesen und Mehrfachbehinderungen? Wer kann und will durch den Wegfall der Langfristverordnungen im Regelfall Kindern und Eltern Behandlungspausen zumuten, die bereits erreichte Behandlungserfolge zunichte machen? Es gibt viele Beispiele mehr, die dem Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen und dem BMGS deutlich machen, dass Rationierungen ethisch verwerflich und wirtschaftlich unverantwortbar sind. Das BMGS ist Sachwalter auch der Patienteninteressen. Deshalb darf es für das BMGS nur eine einzige Entscheidung geben: die Beanstandung des vorliegenden Entwurfs der Heilmittel-Richtlinien bzw. des Heilmittel-Katalogs.



Ulla Schmidt muss handeln!
























 
 
 

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