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Erste Regionalkonferenz zum Ambulant Betreuten Wohnen in Wuppertal

Erste Regionalkonferenz zum Ambulant Betreuten Wohnen in Wuppertal

30.01.2004
Landschaftsverband Rheinland Integrationsamt

Mehr behinderte Menschen als bisher sollen mit entsprechender Unterstützung in ihren eigenen vier Wänden leben können. Das ist das Ziel des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der seit Juli 2003 nach einer neuen Landesverordnung für dieses "Ambulant Betreute Wohnen" für Menschen mit Behinderungen zuständig ist.

Wie dies in der Stadt Wuppertal konkret umgesetzt werden kann, was sich dafür bei den Wohnangeboten für behinderte Frauen und Männer ändern muss und wie Planung und Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten weiterentwickelt werden können, das war das Thema der ersten Regionalkonferenz heute im Verwaltungshaus Elberfeld in Wuppertal, an der auch der zuständige Sozialdezernent, Dr. Stefan Kühn, teilnahm.

Es geht um Fälle wie den von Christa K. Die 25-jährige Frau mit geistiger Behinderung lebte bis vor kurzem bei ihren Eltern. Christa wollte ausziehen, kann aber den Alltag nicht alleine bewältigen. Jetzt lebt sie mit einer Freundin in einer gemeinsamen Wohnung. Einmal am Tag kommt eine Sozialpädagogin, die sie bei dieser neuen Selbstständigkeit unterstützt, mit ihr den Umgang mit Alltagsschwierigkeiten trainiert, sie begleitet bei Terminen und Erledigungen. In Wuppertal mehr Angebote zu schaffen zur Unterstützung für Menschen wie Christa K., und damit für viele Menschen mit Behinderungen einen Heimaufenthalt zu vermeiden - darum ging es bei dem heutigen Treffen, zu dem der LVR gemeinsam mit der Stadt Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Träger von Behinderteneinrichtungen sowie von Selbsthilfevereinigungen und Behindertenverbänden eingeladen hatte.

"Unser Ziel ist es, dass die Wohn-Unterstützung für Menschen mit Behinderungen sich nach den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichtet. Unser Motto lautet ‚Soviel Normalität und Selbstständigkeit wie möglich, aber dabei soviel Hilfe wie nötig.", erläuterte Klaus Heuser, Leiter des Rheinischen Sozialamtes beim LVR. Deshalb müssten ambulante Angebote ausgebaut, die Zahl der stationären Heimplätze mindestens eingefroren werden.

In Wuppertal entfallen von den insgesamt 943 Wohnplatz-Angeboten 18 Prozent (genaue Zahl: 170) auf Angebote des Betreuten Wohnens. Der LVR möchte konkrete Ziele für den Ausbau solcher selbstständigen, unterstützten Wohnmöglichkeiten in der Stadt vereinbaren. Dazu sollen zukünftig regelmäßige Arbeitstreffen stattfinden. Dr. Stefan Kühn, Geschäftsbereichsleiter für Soziales, Jugend und Integration der Stadt Wuppertal, sagte eine kontinuierliche und konstruktive Zusammenarbeit zu: "Auch wir wollen mehr flexible Hilfen und vernetzte Angebote, im Interesse der behinderten Menschen in unserer Stadt. Der Ausbau des Betreuten Wohnens hat dabei einen besonders großen Stellenwert."

Bis vor kurzem lag die Zuständigkeit für das Ambulant Betreute Wohnen - so heißt es im Fachjargon, wenn ein behinderter Mensch selbstständig in seiner eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft lebt, aber regelmäßige Unterstützung von Fachpersonal erhält - in der Hand der Kommunen. Der Landschaftsverband Rheinland erbrachte einen finanziellen Beitrag im Rahmen freiwilliger Leistungen, war jedoch gesetzlich zuständig nur für die sogenannten stationären Wohnangebote in Heimen. Um den betroffenen Menschen individuelle und flexible Hilfen aus einer Hand anbieten und gleichzeitig die Kostenentwicklung bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen besser steuern zu können, hat die Landesregierung NRW den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen Lippe (LVR und LWL) nun für einen Zeitraum von sieben Jahren die Gesamtzuständigkeit übertragen.

 
 

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