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Sozialverbände sehen kaum neue Jobs durch Hartz IV







Berlin (kobinet) Die Ankündigung der Caritas, mit der Sozialreform Hartz IV zahlreiche neue Arbeitsplätze zu schaffen, stößt bei Berliner Sozialverbänden auf Skepsis und Zurückhaltung. «Eine solche Ankündigung ist wenig redlich», kritisiert Konrad Koschek vom Paritätischen Wohlfahrtsverband laut einem Bericht heute in der Berliner Morgenpost. Über Hartz IV könnten keine neue Arbeitsplätze, sondern nur befristete Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden, die über das Arbeitslosengeld II subventioniert würden. Arbeitsplätze auf Dauer seien dies aber nicht, so der Bundeskoordinator für Jugendsozialarbeit im Paritätischen Gesamtverband Berlin e. V.



Gleichwohl wird vom Verband ein Modellprojekt «Gemeinwohlarbeit» vorbereitet, das den Einsatz von Arbeitslosengeld-Empfängern im Alter von 20 bis 25 Jahren zum Ziel hat. Analog des Caritas-Konzepts sollen sie - jeweils für ein Jahr - in der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe Beschäftigung finden. Pro Bundesland sind 200 Stellen geplant, in Berlin und Brandenburg also insgesamt 400. Finanziert werden soll der Einsatz über die Agenturen für Arbeit sowie - in Höhe von 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten - von den Sozial-Einrichtungen, die einen Nutzen davon haben. «Wichtig ist uns dabei, die jungen Leuten zu qualifizieren, damit sie später einmal eine feste Stelle bekommen», so Koschek.



«Wir wurden von der Mitteilung der Caritas sehr überrascht», so zitiert die Morgenpost die Reaktion von Ute Steigenberger vom Berliner Landesverband des Diakonischen Werkes. Es gebe durchaus die Bereitschaft des Verbandes, Möglichkeiten für eine Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen im Sozialbereich zu prüfen, dafür fehlten zurzeit jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. «Wir sehen dabei die Bundesagentur für Arbeit und das Land Berlin in der Pflicht», so Steigenberger.



Zurückhaltung registrierte die Zeitung auch beim Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO). «Es gibt ähnliche Pläne wie bei der Caritas, mit Zahlen sind wir jedoch noch sehr, sehr vorsichtig», sagt Andreas Beckmann, Referent der Geschäftsführung. Einsatzmöglichkeiten gebe es etwa als Stationshilfen und in der Altenpflege. Der Bedarf dafür sei groß. Doch komme es dabei mehr auf die Qualität denn auf Quantität der eingesetzten Helfer an. sch

 






 
 
 

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