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Selbsthilfe nach Schlaganfall







Gütersloh/Much (kobinet) Carolin aus Gelsenkirchen war sechs Jahre alt, als sie einen Schlaganfall erlitt - so wird eine heute verbreitete Pressemeldung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe eingeleitet. Heute sitzt die mittlerweile Elfjährige im Rollstuhl und hat geistige Beeinträchtigungen, kann sich aber gut mit den Eltern und ihrer dreizehnjährigen Schwester Ann-Katrin verständigen. Ab diesem Sommer geht sie, unterstützt von einem Zivildienstleistenden, auf die örtliche Hauptschule.



Ob Carolin, Lisa (13) aus Marburg, Torben (4) aus Göttingen oder Julia (12) aus Lippstadt: sie alle gehören zu den rund 300 Kindern im Jahr in Deutschland, die einen Schlaganfall erlitten. In den meisten Fällen stellten die Ärzte die Diagnose Schlaganfall erst Monate später. Über die Art der Behandlung herrscht Unklarheit: manche Ärzte raten, abzuwarten. Andere schicken die Kinder sofort in die Reha.



90 Mütter, Väter und Kinder trafen sich am Wochenende in Much im Rhein-Sieg-Kreis zu einem Familienseminar. Unterstützt von Psychologen und Pädagogen tauschten sie ihre Erfahrungen zum Thema Kinder und Schlaganfall aus. Schnell wurde dabei klar: alle Eltern sind mittlerweile Fachleute, was Behandlungsmöglichkeiten, Therapieformen oder Rechtsfragen in Bezug auf die Krankenkassen angeht. «Oft sind es Bauchentscheidungen, die wir treffen», erklärt eine Mutter. «Denn jeder Arzt empfiehlt eine andere Behandlungsmethode.»



Der ständige Druck, auch immer das Richtige zu machen, belastet viele Eltern. Aus diesem Grund stand das Thema Beziehungen im Mittelpunkt des Seminars. Mütter und Väter diskutierten unter der Anleitung von Psychologen und Pädagogen Themen wie Partnerschaftsprobleme, Zukunftsängste oder Schuldgefühle. In Interaktionsspielen hatten Eltern die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Kindern spielerisch Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.



In Much wurden nun die Weichen gestellt für die Gründung von Selbsthilfegruppen. Aufgeteilt in Regionen werden sich die Eltern in den folgenden Monaten regelmäßig treffen. Nach und nach soll so das Thema Kinder und Schlaganfall immer präsenter werden: in der Öffentlichkeit und unter den Medizinern. sch



www.schlaganfall-hilfe.de

 






 
 
 

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