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Dem Himmel ganz nah
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Dem Himmel ganz nah
Querschnittgelähmte können fliegen. Der Traum von Freiheit, Unabhängigkeit und Glück ist kein Wunschdenken mehr. Und das nicht nur im Motorflugzeug, sondern auch mit dem Drachen, Gleitschirm oder Fallschirm.
Petra Kreuz irgendwo zwischen
Himmel und Erde; © Petra Kreuz
Wenn sich Petra Kreuz in die Lüfte schwingt, erfüllt sie ein überwältigendes Gefühl. Sie verliert die Bodenhaftung, genießt die Ruhe hoch droben und das leichte Balancieren im Wind. Sie grüßt Vögel wie Passanten, an denen man flüchtig vorbeihuscht, lässt sich treiben von sanften Böen bei strahlendem Licht.
Seit ihrem Unfall im September 2000 ist die heute 39-Jährige querschnittgelähmt. Schon vorher war sie begeisterte Drachen- und Gleitschirmpilotin. Die Lust aufs Abenteuer hat sie nie verlassen und während ihres einjährigen Klinik- und Reha-Aufenthalts wurde sie von ihr wieder ganz neu gepackt. Kurzerhand konstruierte sie sich ein voll gefedertes Gestell mit einem auf sie abgestimmten Gleitschirmgurt, getragen von zwei Rädern hinten und einem vorne. Seither gleitet sie wieder mit Enthusiasmus am Himmel.
Der Weg zu den Wolken
Auch Rainer Bürger weiß um die Möglichkeiten des Flugsports mit Querschnittlähmung. "Behinderte können das Drachen- und Gleitschirmfliegen erlernen und ausüben, wenn sie in der Ausbildung, bei der Prüfung und im Flugbetrieb einen sicheren Umgang mit ihrem Fluggerät zeigen." Bürger ist Fluglehrer für Drachen-, Gleitschirm- und Ultraleichtfliegen und Beauftragter des Deutschen Hängegleiter Verbandes (DHV) für Flugsport mit Behinderten. Seiner Ansicht nach sollte die Frage nicht lauten, welchen Problemen man gegenübersteht, sondern welche Möglichkeiten für ein sicheres Fliegen realisiert werden können.
Richtlinien gibt es beim Drachen- und Gleitschirmfliegen für behinderte Flieger nicht. Ebenso besteht keine Notwendigkeit eines fliegerärztlichen Tauglichkeitszeugnisses. Schließlich käme es nicht "auf die Beherrschung komplizierten technischen Materials an, sondern vor allem auf die richtige Einschätzung und den verantwortungsvollen Einsatz der individuellen Fähigkeiten". Ob jemand flugtauglich ist, hängt je nach Flugsportart von diversen Faktoren ab. Deshalb ist immer eine individuelle Beurteilung nötig. Bei entsprechender Anpassung des Fluggeräts und Vorbereitung gäbe es für behinderte Piloten jedoch "kaum Nachteile gegenüber nichtbehinderten Piloten", erklärt Bürger.
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