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Kinder vor Sextouristen nicht geschützt







Prag (kobinet) In einem gemeinsamen Appell haben heute die Kinderrechtsorganisation ECPAT und UNICEF Deutschland, Österreich und Tschechien die Regierungen aufgefordert, die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Mitte Europas wirksamer zu bekämpfen. Ein Jahr nach der EU-Osterweiterung werden Kinder weiter zur Prostitution gezwungen. Für viele Kinder im Grenzgebiet gehört Kinderprostitution zum normalen Alltag. Dies zeigt eine Studie, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen heute in Prag veröffentlichte.



Bei einer Befragung von mehr als 1.500 Kindern und Jugendlichen berichtet fast jedes siebte Kind in der tschechischen Stadt Cheb nahe der deutschen Grenze davon, dass ihm einmal ein Erwachsener Geld für Sex angeboten habe.



«Die Politiker müssen ihre Versprechungen einhalten. Die deutsche Seite hat zum Beispiel eine Aufklärungsaktion an der Grenze und Schulungen bei Bundesgrenzschutz und Polizei zugesagt. Geschehen ist bislang viel zu wenig», sagte Mechtild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland.



«Es ist erschreckend, dass trotz vieler Warnungen und Appelle die Kinderprostitution mitten in Europa weitergeht», sagte Reinhard Schlagintweit, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. «Die Behörden müssen diese unmenschliche Praxis verfolgen und den Opfern helfen.»



ECPAT und UNICEF fordern die Regierungen in Deutschland, Österreich und Tschechien auf, aktiv zu werden und den Schutz der Kinder im Grenzgebiet sicherzustellen. Die Regierungen können dabei das Wissen der Hilfsorganisationen nutzen. UNICEF hat Leitlinien für einen angemessenen Umgang mit betroffenen Kindern entwickelt. Sie beschreiben detailliert, wie die Opfer geschützt und unterstützt werden können - von der ersten Identifizierung bis zur Wiedereingliederung in ein normales soziales Umfeld.



Zusätzlich hat UNICEF zusammen mit der Interparlamentarischen Union ein Handbuch für Parlamentarier herausgegeben, das aufzeigt, welche Maßnahmen in Europa ergriffen werden müssen, um wirksam gegen Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen vorzugehen. sch

 






 
 
 

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