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Kritische Stimmen zur enteralen Ernährung







Berlin / Hollenbach (kobinet) Heute treten die Richtlinien zur enteralen Ernährung in Kraft (siehe auch). Kritische Stimmen befürchten Leistungsmissbrauch, heißt es in einem ausführlichen Bericht der "Welt". Einerseits werde befürchtet, dass Menschen, die auf enterale Ernährung - also die so genannte künstliche Ernährung über eine Magensonde - medizinisch zwingend angewiesen sind, diese künftig nicht mehr durch die Krankenkassen finanziert bekommen. Auf der anderen Seite stehen Befürchtungen, dass Menschen aus "Pflege erleichternden" Gründen, sprich weil die normale Essensgabe nach Meinung der Heimbetreiber zu zeitaufwändig ist, nur noch per Sonde ernährt werden.



"Wir, und nicht nur wir, prangern seit Jahren an, dass alten und schwerstkranken und -behinderten Menschen, Magensonden 'verpasst' werden, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit besteht", erklärt die Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz (ForseA), Elke Bartz. "Damit soll Zeit gespart werden, wenn das Verabreichen der Nahrung nicht schnell genug vonstatten geht. Das ist, genau wie das zwangsweise Anlegen von Windeln, inakzeptabel und verstößt in hohem Maß gegen die Menschenwürde. Den auf diese Weise ernährten Menschen wird selbst der Genuss der Nahrungsaufnahme, die in vielen 'Heimen' oft die einzige Abwechslung des trübsinnigen, reizlosen Alltages bedeutet, auch noch verweigert". Traurig sei es nur, wenn solche Diskussionen immer dann entbrennen, wenn es um finanzielle Aspekte wie befürchteter Leistungsmissbrauch gehe und nicht um die Interessen der Betroffenen.



"Unser ganzen System ist behandlungsbedürftig", ergänzt Bartz. "Nur wenn es um' s Geld geht, ist das Geschrei unüberhörbar. Die Bedürfnisse der Menschen stehen in der Regel hinten an. Für uns ist es nur ein weiteres Teil im Puzzle, das als Gesamtbild die Forderung darstellt: Reißt die Mauern nieder. In ambulanten Einrichtungen und Versorgungsmodellen kommen medizinisch unbegründete Sonderernährungen weit weniger häufig vor. Dies gilt besonders dort, wo das Essenkochen und die Verabreichungen der Mahlzeiten selbstverständlich in den Tagesablauf einbezogen werden und auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen wird". hjr

 






 
 

( Quelle: kobinet-Nachrichten )

 
 

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