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Behinderte Eltern tauschten Erfahrungen aus







Bericht von Gunnar Neubert



Uder (kobinet) "Geht nicht, gibt's doch!" - Die Folgen der tagesformabhängigen oder voranschreitenden Beeinträchtigungen bei behinderten und chronisch kranken Eltern standen im Mittelpunkt eines Wochenendseminar in Uder (Thüringen). 15 Mütter und Väter sowie deren Familien folgten der Einladung des Bundesverbandes behinderte Eltern (bbe).



In Familien mit behinderten Eltern, deren Behinderung ständige wechselnde Fähigkeiten mit sich bringt, erfordert der Alltag viel Kraft. Zudem ist auch Toleranz und Geduld aller Familienmitglieder gefragt, um mit dem sich schnell ändernden Unterstützungsbedarf der behinderten Elternteile zurecht zu kommen. Der gestern erst verabredete gemeinsame Besuch im Schwimmbad oder die Teilnahme von Mutter und Kind am Ausflug der Schulklasse kann plötzlich in Frage gestellt sein. Die Kinder befinden sich in einer schwierigen Situation zwischen dem Gefühl ihre Eltern verteidigen zu wollen und der eigenen Wut über das geplatzte Vorhaben. Der Nachwuchs schämt sich zuweilen gegenüber der Öffentlichkeit dafür, dass Mutter oder Vater wieder einmal nicht Wort halten konnten.



Im Zwiespalt mit sich selbst sind auch die behinderten Elternteile. Sie plagt ein schlechtes Gewissen, die Verabredung mit den Kindern platzen zu lassen oder den Lebenspartner zu enttäuschen. Überdies kommen behinderte Eltern gegenüber der Umwelt in Erklärungszwang, warum dieses oder welches wieder einmal nicht geht. Nicht selten überkommt die Mutter oder den Vater die eigene Unsicherheit. Was kann sie/er noch? Was trauen sie sich noch selbst zu? Demgegenüber reagiert die Umwelt - Freunde, Nachbarn, Lehrer oder Erzieher - oftmals mit Unverständnis, wenn behinderte Eltern sich nicht den allgemeinen Normen anpassen oder diese nicht erfüllen. Nicht selten kommt auch Neid auf, weil Mütter und Väter mit Handicap sich angeblich den Alltagsanforderungen nicht stellen müssen oder weil sie Hilfen für den Haushalt haben.



Die nichtbehinderten Elternteile, die Partner der Väter und Mütter mit Handicap, sind bei der Bewältigung des Alltags oftmals doppelt belastet. Zum einen müssen sie sich den eigenen täglichen Aufgaben in Beruf und Familie stellen und zum anderen haben sie eine Mehrbelastung, weil der behinderte Partner nicht alle Aufgaben der Kindererziehung übernehmen kann. So entstehen Konflikte, wenn Rollifahrer, Gehbehinderte, Blinde oder Gehörlose zuweilen im Alltag an ihre Grenzen kommen und dann auf den nichtbehinderten Partner angewiesen sind. omp



Infos zur Dokumentation des Seminars: bbe e.V., Kerstin Blochberger, Am Mittelfeld 80, 30519 Hannover, Tel. 0511/69632567, E-Mail: bbe.indokus@gmx.de, Internet: www.behinderte-eltern.com
 






Bild: Gunnar Neubert
 
 

( Quelle: kobinet-Nachrichten )

 
 

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