Brandschutz: Mehr Sicherheit für Menschen mit Behinderung

19.06.2017

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) führte kürzlich im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes Bewegungsstudien mit etwa 350 Menschen mit und ohne Behinderung durch. Ziel war es, Brandschutz- und Rettungskonzepte zu entwickeln, die die Sicherheit für Menschen mit körperlichen, geistigen oder altersbedingten Beeinträchtigungen erhöhen.
Foto: Ein Mann überprüft einen Feuerlöscher; Copyright: panthermedia.net/Andriy Popov

Brandschutz ist ein wichtiges Thema. Selten werden bei Evakuierungsplänen jedoch auch Menschen mit Behinderungen jeglicher Art in die Konzepte einbezogen. Das BAM will diesen Sachverhalt ändern und stellt Forschungen zu diesem Thema an; © panthermedia.net/Andriy Popov

In Zusammenarbeit mit dem Jülich Supercomputer Centre wurden in einer Werkhalle der Lebenshilfe Bergisches Land in Wermelskirchen, Nordrhein-Westfalen, typische Bewegungen im Alltag aufgezeichnet. Eine Gruppe heterogener Personen mit und ohne Hilfsmittel musste dabei verschiedene Wege im Gebäude zurücklegen. Die Bewegungen jeder einzelnen Person wurden gleichzeitig mittels Videotechnik und Sensorik aufgezeichnet. Die Daten werden dann für die Berechnung unterschiedlicher Evakuationsszenarien genutzt.

"Stadtplanungskonzepte zur Inklusion konzentrieren sich meist auf den barrierefreien Zugang, nicht aber auf die Evakuation aus den Gebäuden in einem Notfall", so die Projektleiterin Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus vom Fachbereich Technische Eigenschaften von Polymerwerkstoffen an der BAM. "Genau hier setzt unsere Studie an: Wir wollen Rettungskonzepte entwickeln, die diese hilfebedürftigen Personengruppen berücksichtigen. Dabei geht es einerseits darum, Fluchtwege zu verbessern, aber auch darum, Schulungskonzepte für Pflege- und Rettungskräfte zu erarbeiten."

Die Bewegungsstudien sind Teil des interdisziplinären Forschungsprojektes "SiME – Sicherheit für Personen mit körperlicher, geistiger oder altersbedingter Beeinträchtigung", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Die BAM koordiniert das Projekt und arbeitet dazu mit den Projektpartnern, Jülich Supercomputer Centre, der Hochschule Niederrhein, der Werkstatt Lebenshilfe Bergisches Land, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der PTV Transport Consult GmbH zusammen.

REHACARE.de; Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

Mehr über das Projekt SiME unter: www.sime-projekt.de