Hamburger Uniprojekt "Open Topic" entwickelt gemeinnützige Produkte

07.06.2017

Ob Spieleabend oder Ausflüge: Wenn Blinde und Sehende etwas zusammen unternehmen wollen, gibt es zahlreiche Hürden. Damit beschäftigen sich Erstsemester der Technischen Universität Hamburg. Bei „Open Topic“ entwickeln die angehenden Ingenieure in Kooperation mit einem Partner aus dem sozialen Bereich gemeinnützige Produkte für gemeinsame Freizeitaktivitäten. Mit Erfolg: Der Stifterverband zeichnete das Projekt kürzlich mit seiner Hochschulperle des Monats Mai aus.
Foto: Eine Gruppe junger Menschen beim Spieleabend; Copyright: panthermedia.net/elnariz

Ein Spieleabend unter Studierenden, ein Thema, das durchaus Platz für inklusive Ideen lässt. Beim Uniprojekt "Open Topic" können sich Studierende verschiedener Fachrichtungen in Produktentwicklungen mit gesellschaftlichem Nutzen versuchen; © panthermedia.net/elnariz

Wie können sich Blinde und Sehbehinderte besser am Hauptbahnhof orientieren? Was muss man tun, damit Gesellschaftsspiele wie "Siedler von Catan" inklusiv werden? Damit haben sich Studierende an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) beschäftigt und das Strategiespiel auch für Blinde und Sehbehinderte spielbar gemacht sowie vom Hauptbahnhof ein dreidimensionales Teilmodell hergestellt. Das Projektformat "Open Topic" lädt Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen dazu ein, im ersten Studiensemester ein eigenes Projekt zu verwirklichen und dabei ein gemeinnütziges Produkt zu entwickeln. Gemeinsam mit der zukünftigen Nutzergruppe arbeiten die angehenden Ingenieure freiwillig und neben ihrem regulären Studium an der Produktentwicklung. Der Stifterverband verlieh dem kooperativen Projekt "Open Topic" die Hochschulperle des Monats Mai.

"Ein schönes Projekt, das den Studierenden bereits in ihrem ersten Studiensemester die Möglichkeit bietet, praktische Erfahrungen in der Produktentwicklung zu gewinnen. Dabei arbeiten sie nicht nur eigenständig und fächerübergreifend zusammen, sondern auch mit Partnern aus der Zivilgesellschaft: Kooperation mit gesellschaftlichem Nutzen", lobt die Jury des Stifterverbandes.

Das Projekt "Open Topic" ist ein Teilprojekt des Interdisziplinären Bachelor-Projekts (IDP) der Technischen Universität Hamburg und wird seit 2015/2016 immer im Wintersemester vom Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) angeboten. Fachliche Unterstützung bieten die wissenschaftlichen Mitarbeiter der beteiligten Institute, bei der praktischen Realisierung unterstützt die Studierendenwerkstatt der TUHH. Partner im ersten Projektdurchlauf war der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg.

Was ist eine 'Hochschulperle'?
Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die in einer Hochschule realisiert werden. Weil sie klein sind, werden sie jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Der Stifterverband möchte 2017 die vielfältigen und innovativen Schnittstellen von Hochschulen zu gesellschaftlichen Partnern sichtbar werden lassen. Jeden Monat stellt er eine Hochschulperle vor, die einen Beitrag zur Kultur einer "kooperativen Hochschule" leistet. Aus den Monatsperlen wird Anfang 2018 per Abstimmung die "Hochschulperle des Jahres" gekürt.

REHACARE.de; Quelle: Stifterverband

Mehr über den Stifterverband unter: www.stifterverband.org