So tickt Marlies Hübner!

17.05.2017

Damit unsere Gesellschaft reicher und bunter wird, setzt sich Marlies Hübner engagiert für die Rechte derer ein, die sonst vielleicht keine Stimme haben. Denn Inklusion von Menschen mit jedweder Behinderung ist ihr ein wichtiges Anliegen. Wie sie außerdem zum Tauchen steht und wer sie zur Zeit besonders inspiriert, erzählt sie auf REHACARE.de.

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Marlies Hübner: Das weiß ich gerade nicht, aber das ist auch nicht weiter schlimm. So lange ich jeden Tag kleine Momente der Freude finde, ist alles gut.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Marlies Hübner: 
Im Meer schwimmen und tauchen! Für viele Menschen ist das sicher ein schrecklich banaler Wunsch, aber ich kann furchtbar schlecht schwimmen. Vier Gliedmaßen gleichzeitig unter Kontrolle zu bringen, ist für mich harte Arbeit. Bisher hatte ich einfach viel zu viel Angst, zu ertrinken.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Marlies Hübner: Es gibt mehrere für mich ungemein wertvolle Menschen, die mich jeweils eine Zeit meines Lebens begleitet und beeinflusst haben. Gerade ist es zum Beispiel eine Freundin, die mich mit ihrem Wissensdurst und ihrem Drang, alles zu hinterfragen, sehr inspiriert.

Foto: Eine Taucherin unter Wasser; Copyright: panthermedia.net/mojojojo

Einmal die Schwerelosigkeit und die Welt unterhalb der Wasseroberfläche erleben - das hat sich Marlies Hübner bislang noch nicht getraut. Aber vielleicht klappt es ja doch eines Tages; © panthermedia.net/mojojojo

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Marlies Hübner: Ich würde mich verstärkt für die lückenlose Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stark machen, Frauenhäuser mit den nötigen finanziellen Mitteln ausstatten lassen, die sie für die Barrierefreiheit benötigen und anregen, dass die Strafverfolgung bei Diskriminierung verschärft wird. Außerdem würde ich missbräuchliche Therapien wie ABA und IntraAct Plus verbieten lassen.

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Marlies Hübner: Da würde ich der Regie führenden Person genau die kreativen Freiräume lassen, die sie für die Umsetzung der Geschichte braucht.

Ich wäre gern einmal...

Marlies Hübner: …sorglos.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Marlies Hübner: Warum werden Menschen mit Behinderung an den Rand der Gesellschaft gedrängt und in Parallelwelten gezwungen?

Was ich noch sagen wollte …

Marlies Hübner: Auf Wiedersehen? So viel Höflichkeit muss sein.