So tickt Samira Mousa!

10.05.2017

Für Samira Mousa ist ein positiver Umgang mit chronischen Erkrankungen besonders wichtig. Solche Diagnosen können Anlass für einen Neustart sein: gesünder leben, mehr auf sich achten. Das ist auch etwas, was sie selbst vorlebt und in ihrem Blog thematisiert. Wie sie zu einer Wanderung über tausende Kilometer steht und warum eine müde Katze sie zum Lachen bringt, erzählt sie auf REHACARE.de.

Foto: Samira Mousa; Copyirght: GoodBY / Erik Schütz

© GoodBY / Erik Schütz

Name: Samira Mousa
Alter: 27
Wohnort: Berlin
Beruf: Bloggerin und Künstleragentin
Erkrankung: Multiple Sklerose seit 3,5 Jahren

Mehr über Samira Mousa unter: www.chronisch-fabelhaft.de

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Samira Mousa: Das war auf meinem Backpacking-Trip nach Kolumbien im März. Dort laufen ja überall so viele Tiere frei herum, und eines Abends sprang beim Dinner eine kleine und sehr hungrige Katze auf den Tisch, um zu betteln. Sie bekam etwas und schlief gleich nach dem Fressen quasi im Stehen auf dem Tisch ein... Ich habe Tränen gelacht, das war wirklich niedlich.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Samira Mousa: Ich bin ein wenig draufgängerisch, und an Extremsport habe ich schon ein paar Sachen ausprobiert – da fehlt mir eigentlich nichts.

Ich hätte aber total Lust, mal richtig professionell zu kochen und in einer Profiküche zu lernen. Ich liebe gesunde Ernährung, stehe auf gutes Essen und bin ein kleiner Lebensmittelnerd. Bisher hat mich aber immer der raue Ton in den Profiküchen davon abgehalten, wirklich mal reinzuschnuppern. Ich nehme Kritik gern mal persönlich und sehe mich schon in der Kühlkammer sitzen und schmollen. ;)

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Samira Mousa: Wenn ich einen einzelnen Menschen nennen müsste, würde ich spontan meine Mutter sagen. Ich habe viel von ihr geerbt, wie meinen Hang zu Outdoor-Aktivitäten und meiner Naturverbundenheit. Wie sie habe ich einen gewissen Spaß daran, nicht alles zu 100 Prozent konform zur Norm zu machen.

Ich habe gelernt, dass man auch mal einfach auf etwas pfeifen kann, selbst wenn einen alle für verrückt erklären. Man muss selbst wissen, was man tut – und gut. Natürlich in dem Rahmen, in dem man andere nicht damit belastet.

Foto: Samira Mousa am Strand; Copyright: Eddy

Samira Mousa hat die Reiselust gepackt. Neben dem Pacific Crest Trail gehören auch Reisen an schöne, ferne Sandstrände zu ihren Zielen; © Eddy

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Samira Mousa: Ich würde mich dafür einsetzen, dass bereits in der Grundschule Menschen mit Behinderung besser integriert werden. So könnte man den Menschen ohne Behinderung, Krankheit oder ein anderes Handicap die Unsicherheit nehmen.

Oft gehen nämlich die nicht beeinträchtigten Personen viel peinlich berührter mit einem Thema um, als Menschen, die unter diesen besonderen Konditionen leben!

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Samira Mousa: Aylin Tezel finde ich wunderbar! Sie ist so schlagfertig und einfach verdammt cool. Außerdem hat sie wie ich gemischte Wurzeln.

Ich wäre gern einmal...

Samira Mousa: Wandern auf dem Pacific Crest Trail! Ganz allein in der Wildnis, 4.000 Kilometer zu Fuß... Das wäre wirklich traumhaft. Einfach laufen, ohne Eile, ohne Termine oder Verpflichtungen.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Samira Mousa: Wird irgendwann einmal Gerechtigkeit auf der Welt herrschen? Was kann jede*r Einzelne dafür tun, dass Gerechtigkeit und Frieden herrschen? Wann werden Mädchen, Frauen, Homosexuelle, Bisexuelle, Trans* und einfach alle Menschen endlich wirklich gleichgestellt sein?

Was ich noch sagen wollte …

Samira Mousa: Eine chronische Krankheit, eine Behinderung oder ein anderer gesundheitlicher Schicksalsschlag müssen nicht das Ende der Welt bedeuten. Es gibt Mittel und Wege, um glücklich zu leben, auch mit Beeinträchtigung – und diese positive Einstellung ist der erste Schritt dorthin. Genau darum geht es auch immer wieder auf meinem Blog www.chronisch-fabelhaft.de