Neuartiges interaktives Konzept für Demenzbeschäftigung

Ilses weite Welt: Demenzfilm-Produzentin Sophie Rosentreter 

Rund 840.000 Menschen mit Demenz werden derzeit von ihren Angehörigen zu Hause betreut und versorgt, weitere 360.000 leben in Pflegeheimen. Weil die Betroffenen nur noch über ihre Gefühle zu erreichen sind, fällt es den Menschen in ihrer Umgebung immer schwerer, Kontakt mit ihnen aufzunehmen und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Die Idee: Filme und Beschäftigung für Menschen mit Demenz

Sophie Rosentreter hat ihre demenzkranke Großmutter Ilse neun Jahre lang bis zu ihrem Tod begleitet und dabei Wege in ihre Welt gefunden. Heute konzipiert sie Filme für Menschen mit Demenz, dazu thematisch abgestimmtes Beschäftigungsmaterial und ergänzende Gegenstände zum Fühlen und Ertasten.

Mit jedem ihrer bislang zwei Baukasten-Systeme für Sinnesaktivierungen können Angehörige zu Hause, Pflegekräfte und ehrenamtliche Helfer in Tagespflegen und Betreuungsgruppen, Senioreneinrichtungen und Demenz-Wohngemeinschaften, über 20 Stunden lang demenzkranke Menschen beschäftigen, anregen und unterhalten.

Das Ziel: Schöne Momente schenken

Für Angehörige ist es ein besonderer Glücksmoment, wenn aufblitzt, was den geliebten Menschen einmal ausmachte, bevor ihn die Demenz so veränderte. „Das Zusammenleben mit meiner demenzkranken Oma Ilse und meine intensive Arbeit mit Menschen, die sich demenziell verändern, haben mich gelehrt: Es gibt jede Menge solcher Momente des Glücks – man muss sie nur einfangen“, sagt dazu Sophie Rosentreter.

Die ehemalige Moderatorin sieht ihre Aufgabe darin, schöne Stimmungen zu schaffen und eine ansteckende, fröhliche Unbeschwertheit zu verbreiten. „In einer solchen Atmosphäre können nämlich alle entspannen – Menschen mit Demenz ebenso wie Pflegende und Betreuende. Auf dieser Basis gelingt es uns, Wege in die Welt der Demenzkranken zu finden und mit ihnen auf eine neue Art zu kommunizieren“, erklärt sie die Philosophie ihrer Projekte.

Das Startprojekt: Ein Tag im Tierpark

Mit der Kamera begleitete Sophie Rosentreter zwei abenteuerlustige Mädchen im Alter von drei Jahren mit ihren Müttern auf ihrer Entdeckungsreise durch einen Tierpark: Sie pflücken Johannisbeeren, streicheln Hängebauchschweine und Ziegen oder machen gemeinsam ein Picknick im Grünen.

Die Bilder von vertrauten Handlungen und oft erlebten Situationen vermitteln dem Demenzkranken ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit: Man sieht die liebevollen Gesten einer Mutter, die ihr Kind streichelt und füttert, die Neugier und Zärtlichkeit der Mädchen beim Entdecken der Johannisbeeren und Streicheln der Tiere oder die Freude der Kinder beim Toben auf dem Spielplatz.

Durch lange Einstellungen, Nahaufnahmen und behutsame Kamerabewegungen entstanden beruhigende Bilder, die Demenzkranke nicht überfordern. Sie können sich entspannen und haben das Gefühl, dabei zu sein und die Mädchen bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Das Folgeprojekt: „Musik – gemeinsam singen“

Musik gilt als ein Königsweg in der Begleitung von Menschen mit Demenz: Sie weckt Gefühle und Erinnerungen und wirkt vor allem vitalisierend. Musik ermöglicht es uns, Menschen mit Demenz auf einer Kommunikationsebene zu berühren, die allein mit Sprache nicht erreicht wird. Denn Melodien und gesungene Texte sind tief im Gedächtnis verankert und noch lange abrufbar.

Sophie Rosentreter konnte bekannte Musiker für dieses Projekt gewinnen. Sie begeisterte Kinderliederautor Rolf Zuckowski und seinen Sohn Ali von ihrer Filmidee wie auch Sänger Ingo Pohlmann und seine Mutter Dagmar. Die Künstler musizieren in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre – das erinnert an Zeiten, in denen noch im Familienkreis gesungen wurde und vermittelt ein Gefühl des „Dazugehörens“ und der Geborgenheit.

Anschließend lädt Musiktherapeut und Demenzexperte Jan Sonntag ein, ihm zu folgen, wie er ein altes Grammophon bedient. In langsamen, einfachen Sätzen erklärt er sein Tun.

Die interaktive Beschäftigung: Begleitbuch und Haptik-Set

Durch Begleitbücher werden die Filme interaktiv: Zu jedem Filmkapitel gibt es Gesprächsleitfäden, Anleitungen, Beschäftigungsideen und Anregungen für die betreuenden Personen. Malvorlagen sowie beidseitig bedruckte Fotokarten in DIN A4 Format können dabei helfen, wieder Bezüge herzustellen - also einen verlorenen Faden für kurze Zeit wieder aufzunehmen.

Um diese "Aktivierungen" durchzuführen, wie es in der Pflegefachsprache heißt, muss man keine fachlichen Vorkenntnisse haben. Denn jede der Anleitungen ist verständlich beschrieben und leicht umsetzbar.

Noch intensiver, das heißt mit allen Sinnen erfahrbar, wird das Erleben für den demenzkranken Menschen, wenn ihm bei einer Aktivierung thematisch dazu passende Gegenstände gereicht werden. Das Greifen, Tasten und Fühlen stärkt das eigene Körpergefühl, regt die Kognition an und beeinflusst so das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz.

Das aktuelle Projekt: „Hunde – die besten Freunde des Menschen“

Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einem Hund. Jeder von uns hat in seinem Leben Kontakt zu Haustieren gehabt, nicht wenige erinnern sich gerne an den treuen Begleiter auf vier Beinen aus Kindertagen und Jugend oder an die vielen Spaziergänge, ans Stöckchen holen, Herumtoben, Bellen und Rufen nach dem geliebten Hund. Hundebabies lösen selbst bei denen, die niemals ein eigenes Haustier zum Schmusen hatten, zärtliche, warme Gefühle aus, wenn sie tapsig ihren Weg zur Mama suchen oder mit den Geschwistern raufen und spielen.

Dass Hunde auf Menschen mit Demenz eine besonders beruhigende Wirkung haben, konnten kalifornische Forscher bereits in einer Langzeitstudie nachweisen. Für diesen Film hat Sophie Rosentreter deshalb besonders entspannende Bilder und Szenen zusammengestellt, die mit sanfter klassischer Musik unterlegt sind und trotzdem hörbar teilhaben lassen am Leben im Welpenkorb oder am Spiel zwischen Hund und Frauchen.

Die Fühlwelt von Ilses weite Welt

Können sich Menschen mit Demenz eine Zeit lang selbst beschäftigen? Diese Frage stellen sich alle, die als Angehörige, freiwillige Helfer oder beruflich Pflegende demenzkranke Menschen betreuen. Gibt man Demenzkranken etwas, das sich vertraut anfühlt und mit dem die Hände „etwas zu tun haben“, dann kann es gelingen. Ilses Twiddle®Muffs laden ein zum Streicheln, Liebkosen, Drücken und Kneten. Sie stimulieren auf diese Weise die taktile Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und Neugier der Betroffenen.

Durch die Form der Muffs werden tief vertraute, beruhigende Bewegungsabläufe aktiviert: Hände begegnen und greifen sich im Inneren des Muffs, gleichzeitig können sie auf Entdeckungsreise gehen. Motorisch eingeschränkte Hände können sich auch lockern und entspannen. Ilses Twiddle®Muffs bieten dem demenzkranken Menschen eine sinnvolle Beschäftigung und schenken ihm ein wohliges Gefühl und Momente der Geborgenheit.

Ilses Twiddle®Muffs Muffs gibt es in drei Ausführungen: Die Einsteckseiten von Ilses Twiddle®Muff Hund und Ilses Twiddle®Muff Katze sind jeweils mit Kopf und Schwanz unserer beliebtesten Haustiere versehen. Damit ermöglichen diese neuen Muffmodelle viele Assoziationen und Sinnesreize für demenzkranke Menschen. Sie kosten jeweils EUR 49,90.

Alle drei Muff-Modelle sind mit zusätzlichen Applikationen versehen. Innen: ein Ball zum Kneten und Drücken. Außen: farbige Schnüre zum Knoten und Flechten, ein Beutel mit Murmeln und eine Holzperlenkette zum Ertasten, ein Klettverschluss zum Öffnen und Schließen sowie eine Tasche zum Verstecken und Hervorholen kleiner Gegenstände oder Fotos. Das Material ist besonders widerstandsfähig und waschbar.

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