Insgesamt führte das internationale Team mit Techniker*innen aus zwölf Ländern während der Spiele fast 400 Reparaturen durch. Traditionell bietet Ottobock diesen Service allen Athlet*innen und Staff-Mitgliedern an, kostenlos und unabhängig vom Fabrikat des jeweiligen Hilfsmittels. Egal ob Orthopädietechniker*innen, Rollstuhlspezialist*innen oder Schweißer*innen: In jeder der drei Werkstätten standen Fachkräfte bereit und konnten allen Bedürfnissen der Para-Sportler*innen gerecht werden. Ganz nach dem Motto "Geht nicht, gibt’s nicht" konnte so jede Reparatur bewältigt werden. Neben kleineren Routinearbeiten, wie beschädigten Rollstuhlreifen, wurden auch ganze Prothesenteile repariert – und das oft unter großem Zeitdruck und den hoffnungsvollen Blicken der unruhigen Sportler*innen vor der Werkbank.
Kreativität war bei so mancher Spezialanfertigung gefragt. So ermöglichten die Techniker*innen es einem Athleten überhaupt erst bei der Eröffnungsfeier die Fahne für sein Land selbst in das Olympiastadion in Peking zu tragen. Eine individuelle Vorrichtung für seine Unterarm-Gehstütze machte es möglich.
Peter Franzel, Head of Exhibitions, Sports & Events zieht ein positives Fazit nach rund drei Wochen in China: "Natürlich fanden die Paralympics in diesem Jahr unter dem Einfluss der politischen Lage und strenger Auflagen durch die Corona-Pandemie statt. Trotzdem konnten wir unserer wichtigen Aufgabe erfolgreich nachkommen: Wir waren als offizieller technischer Servicepartner bei diesem riesigen Sportereignis vor Ort, um Menschen aller anwesenden Nationen zu unterstützen. Ottobock hat sich um die technischen Voraussetzungen gekümmert, damit sich vor allem die paralympischen Teilnehmenden ganz auf ihre Leistung und den Wettkampf konzentrieren konnten. Die enorme Dankbarkeit, die uns von den Menschen dafür entgegengebracht wird, ist schon sehr besonders. Das ist unser Lohn und gleichzeitig motiviert es uns, unser großes Engagement für die Paralympics weiterzuführen."
Bereits seit den Paralympischen Spielen 1988 in Seoul engagiert sich Ottobock für den internationalen Behindertensport. Mit vier Orthopädietechnikern in einem kleinen Service-Zelt begann damals die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC). Entwickelt hat sich eine erfolgreiche Partnerschaft, die auch in Zukunft Bestand haben wird: Erst im vergangenen Jahr haben Ottobock und das IPC ihre Kooperation bis mindestens 2032 verlängert. Mit den paralympischen Sommerspielen 2024 in Paris steht das nächste Highlight schon bevor. Die Vorbereitungen hat das Medizintechnikunternehmen bereits aufgenommen.
Gleiches gilt natürlich auch für die Athlet*innen: Die Ottobock-Botschafter*innen wie der Goldmedaillengewinner von Tokio Johannes Floors oder León Schäfer, Weltrekordhalter im Weitsprung, haben ihr Training bereits wieder aufgenommen. Im Team der Ottobock-Ambassadors können sie ab sofort ein neues Gesicht begrüßen: Die italienische Rollstuhlfechterin Bebe Vio. Sie wird im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft bis mindestens 2024 mit Produkten des Unternehmens ausgestattet und erhält fortlaufende technische Unterstützung bei der Ausübung ihres Sports.
Die 1997 in der Nähe von Venedig geborene Vio war fünf Jahre alt, als sie mit dem Fechten begann. Im Alter von elf Jahren erkrankte sie an einer bakteriellen Meningitis, die die beidseitige Amputation ihrer Unterschenkel und Unterarme zur Folge hatte. Nach ihrer Amputation kämpfte sich Vio wieder ins Leben zurück und begann 2010 mit dem Rollstuhlfechten. Seitdem hat sie 64 Medaillen gewonnen, darunter Gold im Einzel und Silber im Team bei den Paralympics in Tokyo 2021.
REHACARE.de; Quelle: Ottobock SE & Co. KGaA