Als Antwort auf diese Lücke veröffentlicht Ottobock die #DearAI Community Library. Die frei verfügbare Bilddatenbank soll KI-Systemen realistischere visuelle Referenzen für Menschen mit Arm- und Beinprothesen bieten. Microsoft unterstützte den Aufbau der Plattform technologisch.
Für die Entwicklung wurden mehr als 60 Prothesennutzende aus verschiedenen Ländern eingebunden. Sie reichten Bilder und Videos aus ihrem Alltag ein, definierten Kriterien für authentische Darstellungen und annotierten die ausgewählten Inhalte.
Entstanden sind zwei Datensätze mit insgesamt rund 800 Bildern:
- Menschen mit Behinderungen der oberen Gliedmaßen
- Menschen mit Behinderungen der unteren Gliedmaßen
Die Datensätze stehen auf der Plattform Hugging Face kostenlos zur Verfügung und richten sich unter anderem an Forschende, Entwickelnde, Unternehmen sowie Kreativschaffende, die mit KI arbeiten.
Nach Angaben von Ottobock folgt das Projekt dem Grundsatz, Menschen mit Behinderung nicht nur abzubilden, sondern sie aktiv in die Entwicklung einzubeziehen. Auch Paralympics-Schwimmer und TV-Moderator Andreas Onea brachte seine Erfahrungen in die Community Library ein.
"Wer nicht sichtbar ist, findet nicht statt", sagt Onea. "Wir wollen der KI zeigen: Menschen mit Behinderungen sind Teil unserer Welt und unserer Gesellschaft. Wir sind dabei, wir tragen etwas bei – und genau das muss auch in KI-Bildern sichtbar werden."
Mit der Kampagne #DearAI setzt Ottobock sein Engagement für mehr Sichtbarkeit und Inklusion fort und richtet den Fokus diesmal auf die Darstellung von Menschen mit Behinderung in generativer KI.