Moritz Brückner: Innovationen, da steht die REHACARE ja auch ganz groß für. Ich meine: Egal, wo Sie sich umgucken, egal in welcher dieser vielen Hallen Sie sich umgucken: Sie sehen überall Innovationen. Sie sehen ganz viele neue Hilfsmittel, irgendwelche Vereine, irgendwelche Menschen, die Expertise und Erfahrungen dalassen. Und ich glaube, das ist das Allerwichtigste an Messen.
Sabrina Lorenz: Innovationen sind die Hebel, damit Inklusion funktionieren kann. Wir brauchen Innovationen, damit wir teilhaben können.
Wir Menschen mit Behinderung wollen selbstbestimmt sein. Wir haben das Recht, hier zu sein. Und ich weiß, was ich will. Ich weiß, was mir wichtig ist. Und heute kann ich hier schauen, mit welchen Tools, mit welchen Tipps kann ich nochmal schauen, dass mein Leben selbstbestimmter wird, mich mit Leuten austauschen, die ich aus der Community kenne, mich mit Fachpersonal austauschen, mit Ingenieur*innen.
Moritz Brückner: Ohne diesen Rollstuhl würde ich zu Hause bei meinen Eltern im Bett liegen und hätte nichts gesehen. Ich bin Rollstuhlrugby-Nationalspieler, das heißt, ich durfte mit meiner Nationalmannschaft um die ganze Welt schon reisen. Manche Innovationen sind so bahnbrechend, dass sie wirklich manchen Leuten erst das Leben selbstbestimmt machen.
Das Handy ist eine der krassesten und wichtigsten Innovationen, die wir in den letzten Jahren hatten. Darüber läuft ja alles: elektrische Geräte steuern, telefonieren, sich austauschen, oder man kann auch mal ganz basic Hilfe holen. Da ist glaube ich einfach Innovation cool, wenn sie denn überhaupt durchkommt. Da gibt es heutzutage immer noch einige Hürden.
Wir sehen ganz viele tolle Aussteller hier. Was wir aber nicht sehen, sind die tausenden, wenn nicht sogar Millionen Ideen, die verworfen werden mussten – aus verschiedenen Gründen.
Dr. Urs Schneider: Die Stimme von Selbsthilfe-Organisationen wird immer wichtiger. Und Hauptsache die Menschen mit Behinderung kommen in den Fahrersitz, um zu sagen: "Das brauche ich! Das funktioniert sowieso nicht!"
Dr. Martin Danner: Viel besser wäre es, wenn man ganz am Anfang fragt: Wo sind denn eigentlich eure Bedarfe? In welche Richtung müssen wir forschen? Was sind Defizite von vorhandenen Produkten? Woran müssen wir arbeiten?
Nico Koplanov: Ich glaube, wir müssen in Deutschland auch bisschen risiko-affiner sein. Da sind wir vielleicht immer noch ein bisschen zu vorsichtig. Vielleicht ist es auch okay, wenn manchmal ein bisschen was noch nicht zu 100 Prozent funktioniert und noch ein bisschen dran geschraubt werden muss.