"Ein Auto muss sitzen wie ein Maßanzug." Mit diesem Bild bringt Anke Leuschke von PARAVAN auf den Punkt, worum es bei individuellen Fahrzeugumbauten geht: Lösungen, die sich präzise an die Bedürfnisse der Nutzenden anpassen. Ab rund 20.000 Euro sind solche Umbauten möglich – die Finanzierung läuft meist über Arbeitsagentur, Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft. Ein besonderes Merkmal ist der crashgetestete Rollstuhl PR50, der auch als Fahrersitz zugelassen ist. Damit erfüllt PARAVAN einen hohen Sicherheitsstandard – auch wenn Themen wie Cyber Security die Branche zunehmend vor neue Herausforderungen stellen.
Ganz anders präsentierte sich der All Terrain Mobility Robot X12 von XSTO. Auf den ersten Blick ein Rollstuhl, in Wahrheit aber ein Roboter im Rollstuhlgewand: Mit KI erkennt er Stufen, balanciert den Sitz selbstständig aus und erklimmt so rückwärts Treppen – bis zu 1.000 Stufen am Stück. Steuerbar per Joystick, Stimme oder sogar über Gehirnströme, überwindet er Lücken von bis zu 35 Zentimetern. Ursprünglich als Lastenträger für 500 Kilo entwickelt, ist er heute für die Mobilität von Menschen mit Behinderung im Einsatz. Kurz vor der Messe erhielt das Modell die Zulassung in China, in Europa liegt der Preis aktuell bei rund 26.800 Euro.
Ein Blick in die Zukunft kam schließlich von MeGoElectric: Statt bestehende Fahrzeuge umzubauen, setzt das Start-up auf ein von Grund auf barrierefrei entwickeltes Auto. Auf Knopfdruck senkt es sich innerhalb von 15 Sekunden ab, sodass Rollstuhlnutzende ohne Rampe oder Hebevorrichtung hineinfahren können. Danach hebt sich das Fahrzeug wieder in die Fahrposition. Der Prototyp wurde auf der REHACARE 2025 erstmals vorgestellt und ist vorerst nur für den Stadtverkehr gedacht.
Ob bewährte Umbauten, KI-gesteuerte Roboter oder visionäre Fahrzeugkonzepte – die Beispiele zeigen, wie vielfältig Mobilität gedacht werden kann und wie wichtig individuelle Lösungen für echte Teilhabe sind.